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Neo-Trainer Moniz weiß um die Bedeutung des Spiels © APA (Archiv/Krug)

Salzburg steht nach dem verpatzten Debüt des neuen Trainers Ricardo Moniz im Titelrennen der Fußball-Bundesliga mit dem Rücken

Salzburg steht nach dem verpatzten Debüt des neuen Trainers Ricardo Moniz im Titelrennen der Fußball-Bundesliga mit dem Rücken zur Wand. Sechs Zähler beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Austria, fünf auf den Zweiten Sturm Graz. In der ausverkauften Grazer UPC-Arena ist der regierende Meister im Schlager der 29. Runde am Samstag (18.30 Uhr/live Sky) gefordert.

Bei einer weiteren Niederlage unter "Feuerwehrmann" Moniz scheint die Mission Titelverteidigung vorzeitig außer Reichweite. Moniz übte sich nach dem 0:1 gegen den LASK in der Vorwoche in der Rolle des Psychologen. "Es ist ein weiteres Finale für uns. Wir stehen vor einem Pflichtsieg", ließ der 46-Jährige keine Zweifel an der Marschrichtung seiner Elf in der Steiermark offen. Der Frage, ob der Auftritt gegen Sturm die vielleicht letzte Chance auf die Meisterschaft sei, versuchte Moniz erst gar nicht auszuweichen: "Theoretisch muss man so denken."

Sturm erwies sich nicht nur in dieser Saison als Punktelieferant für die Mozartstädter. Seit sieben Spielen sind die Steirer gegen Salzburg sieglos, in den jüngsten drei Heimauftritten gegen die "Bullen" gelang nicht einmal ein Tor. Im Herbst holte Sturm in den bisherigen drei Saisonduellen nur einen Zähler, seit dem 21. Mai 2009 (2:0) wartet der Cupsieger auf einen vollen Erfolg vor heimischer Kulisse.

Selbstvertrauen geben sollen laut Franco Foda die Leistungen gegen Rapid. "Jedes Spiel ist eine neue Chance, eine neue Herausforderung. Wir haben in den jüngsten zwei Spielen viel Selbstvertrauen getankt. Genug, um die ersten Punkte gegen Salzburg zu machen", meinte Sturms Coach. "Wir haben die letzten drei Spiele gegen Salzburg gut gespielt, aber immer zu viele Fehler gemacht. Aber wir haben seitdem dazugelernt, das haben wir gegen Rapid gezeigt."

Mit nur einer Niederlage im Frühjahr hat sich Sturm im Titelrennen in eine hervorragende Position befördert. Dies soll vor eigener Kulisse auch Salzburg spüren. Von Überheblichkeit wollte Foda natürlich nichts wissen. Salzburg sei weiterhin die Mannschaft der Liga mit der höchsten Qualität und den besten Einzelspielern. Nicht hervorlocken ließ sich Foda, ob Christian Gratzei wieder ins Tor zurückkehren wird. Aufgrund des Trainingsrückstands des Stammkeepers spricht jedoch alles für Silvije Cavlina, die Entscheidung soll erst Samstag fallen.

Salzburg dürften diese Spekulationen aufgrund der eigenen Probleme nicht kümmern. Ausgerechnet in jenem Stadion, in dem man im vergangenen Jahr den Titelgewinn feiern durfte, soll die Wende nach vier sieglosen Runden geschafft werden. "Jeder von uns brennt auf dieses Spiel. Wir müssen gewinnen, dazu muss sich jeder von uns deutlich steigern", betonte der Ex-Grazer Christoph Leitgeb.

Moniz versuchte in seiner ersten vollen Trainingswoche neue Impulse zu setzen. Mit Teigl, Adjei, Meilinger und Offenbacher holte der Niederländer vier Junioren ins erste Aufgebot. Der Kroate Pokrivac wurde begnadigt, auch Vonlanthen ist wieder ein Thema. Klar stellte Moniz aber, dass er nur auf voll fitte Spieler setzen wird. "Die Technik ist da, wichtig ist, dass sie konditionell topp sind. Sie müssen 90 Minuten Druck machen können und nicht 60", gab es einen kleinen Seitenhieb auf seinen Vorgänger Huub Stevens.

Bangen muss Salzburg um seinen torgefährlichsten Angreifer. Roman Wallners Einsatz ist aufgrund einer Muskelzerrung fraglich. Der gebürtige Grazer soll laut Moniz nicht verheizt werden. "Die Mannschaft darf nicht von einem Spieler abhängig sein. Wir haben genug torgefährliche Spieler", betonte der Neo-Coach.

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