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Schöttel verhandelt bereits mit Rapid © APA (Pessenlehner/Archiv)

Dem SC Wiener Neustadt kommen seine Stars abhanden. Nachdem sich Patrick Wolf bereits im Winter Richtung Sturm Graz verabschiedet

Dem SC Wiener Neustadt kommen seine Stars abhanden. Nachdem sich Patrick Wolf bereits im Winter Richtung Sturm Graz verabschiedet hatte, werden im Sommer mit Guido Burgstaller und Kapitän Hannes Aigner zumindest zwei weitere Stammkräfte fix die Farben wechseln. Unsicher ist auch die Zukunft von Peter Schöttel. Der Ex-Internationale kokettiert mit einer Rückkehr zu seinem langjährigen Club Rapid.

"Es hat ein Gespräch mit (Rapid-Manager) Werner Kuhn gegeben, in dem wir die Situation ausgelotet haben. Welche Perspektiven und Visionen es gibt. Konkretes war aber wenig dabei", berichtete Schöttel. Da Rapids Rekordspieler noch bis Dezember bei den Neustädtern unter Vertrag steht, musste der Rekordmeister um eine offizielle Verhandlungserlaubnis anfragen. Dieses Okay erteilten die Niederösterreicher am Donnerstag - wohl wissend, dass Schöttel einem Engagement als Trainer in Hütteldorf nicht ablehnend gegenübersteht.

Nach dem Amt des Kapitäns, Nachwuchsleiters und Sportdirektors könnte Schöttel nach dem unrühmlichen Abgang von Peter Pacult als Cheftrainer in den Westen Wiens zurückkehren. Einziger Anwärter auf den interimistisch von Zoran Barisic bekleideten Posten ist der Ex-Teamverteidiger aber nicht. "Ich weiß, dass es andere Kandidaten gibt", sagte Schöttel. Er stellte auch klar: "Wenn ich mich mit Rapid einigen sollte, dann muss sich Rapid auch mit Wr. Neustadt einigen. Wichtig für alle Beteiligten wäre aber eine rasche Entscheidung."

Als raschen Zeitraum in Zeiten der Kaderplanungen für die kommende Saison bezeichnete Schöttel "ein bis zwei Wochen". Mit der Möglichkeit, zu seinem Stammclub zurückzukehren, habe er jedenfalls nicht so plötzlich gerechnet. "Ich habe nicht geglaubt, dass sich die Chance so schnell ergibt. Aber jetzt ist die Situation da. Auch wenn ich weiß, dass bei Rapid der Druck ein ganz anderer wäre."

In Wr. Neustadt erwartet den 44-Jährigen im Fall des Bleibens keine leichte Saison. Derzeit versucht der Verein intensiv, Sponsoren zu halten bzw. neue an Land zu ziehen. Ein Aderlass im Kader wird dem SC, der vor allem Personalkosten reduzieren muss, dennoch nicht erspart bleiben. Neben den Fixabgängen von Burgstaller (zu Rapid) und Aigner - der Kapitän kündigte diese Woche an, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern - stehen noch weitere Profis vor einem Wechsel.

Alexander Grünwald soll bei seinem Ex-Club Austria den möglichen Abgang von Zlatko Junuzovic kompensieren, auch Tomas Simkovic oder Christian Ramsebner stehen laut Medienberichten bei anderen Clubs auf der Wunschliste. Die Prioritäten haben sich geändert, seit Schöttel seinen Job im Dezember 2009 antrat. Schließlich war in den rosigen Zeiten von Mäzen Frank Stronach noch von einem neuen Stadion und der Europacup-Teilnahme die Rede.

Von einem Absprung in schlechten Zeiten will Schöttel aber nichts wissen. "Es wird von Haus aus sehr schwierig im nächsten Jahr. Aber ich bin immer noch motiviert, in Wiener Neustadt zu arbeiten. Es geht um die Herausforderung, und die muss nicht unbedingt darin liegen, um den Titel mitzuspielen." Bei Rapid könnte sich jedenfalls schon bald eine solche auftun.

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