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Die Austria konnte Mattersburg nicht schlagen © APA (Pfarrhofer)

Die Austria bleibt in der Fußball-Bundesliga sieben Runden vor Saisonende an der Spitze. Aus violetter Sicht war dies der einzig

Die Austria bleibt in der Fußball-Bundesliga sieben Runden vor Saisonende an der Spitze. Aus violetter Sicht war dies der einzig positive Aspekt nach einer alles andere als meisterlichen Darbietung gegen den SV Mattersburg. Mit einer 0:1-Heimpleite gegen den Vorletzten verpassten die Wiener am Samstag erneut die Chance, sich weiter von der Konkurrenz abzusetzen.

Während die Gäste aus dem Burgenland nach der 0:3-Pleite von Verfolger LASK gegen Kapfenberg doppelt jubeln durften, war die Ratlosigkeit im Austria-Lager groß. "Ich könnte sagen, es ist nichts passiert", ließ Karl Daxbacher zunächst aufhorchen - um aber gleich einzuschränken: "Aber ich ärgere mich umso mehr, es hätten vier Punkte Vorsprung sein können. Mattersburg muss man im eigenen Stadion schlagen." Der Coach der Austria wirkte ob der Leistung seiner Elf alles andere als erfreut und sprach von einem "gar nicht unverdienten Sieg" der mit defensiver Organisation überzeugenden Mattersburger.

Dem Abwehrverband der Gäste stand ein einfallsloser Titelkandidat gegenüber, der sich noch dazu zum wiederholten Mal Schwächen in der Defensive erlaubte. Einen kollektiven Patzer der Hintermannschaft nutzte Robert Waltner auch zu seinem vierten Saisontor (53.), danach war die Austria mit ihrem Latein am Ende. Gegen die Abwehrriesen des SVM mit hohen Bällen zu agieren war nicht das Mittel, um noch eine Wende herbeizuführen. Sechs Heimpleiten hat die Austria damit vorzuweisen. Eine ebenfalls alles andere als meistertaugliche Bilanz.

Statt neun Zählern aus den Spielen gegen den Kapfenberger SV und Mattersburg stehen nach der zweiten Frühjahresniederlage nur vier zu Buche. Damit liegen die Favoritner einen Zähler vor Sturm Graz, drei vor Salzburg und fünf vor Rapid. Jedoch warten auf die Austria noch Auswärtspartien gegen die Steirer und den Erzrivalen. "Es kommen noch schwere Spiele in Graz und in Hütteldorf. Vielleicht spielen wir da besser", übte sich Geburtstagskind Daxbacher in Zweckoptimismus.

Herbe Kritik an seiner Mannschaft übte der seit Freitag 58-Jährige nicht unbedingt, auch wenn er betonte: "Wenn wir mit Druck nicht umgehen können, werden wir am Ende nicht oben stehen." Der nach einem unliebsamen Zusammenstoß gezeichnete Zlatko Junuzovic sprach von einer bitteren Niederlage. "Wir müssen versuchen, dass wir die Kurve wieder kriegen und Spiele gewinnen. Auf die anderen Ergebnisse sollten wir uns nicht konzentrieren, sondern nur auf uns schauen", erklärte der Teamkicker.

Mattersburg beendete dank einer laut Patrick Bürger "taktischen Meisterleistung" eine Negativserie. Noch nie war man in Wien-Favoriten als Sieger vom Platz gegangen. "Das ist ein denkwürdiger Tag für das Burgenland", schwärmte Coach Franz Lederer. Dank des Erfolgs darf der Vorletzte beruhigter ins Nachzüglerduell mit dem LASK am kommenden Samstag im heimischen Pappelstadion gehen. Neun Punkte beträgt aktuell der Vorsprung auf das Schlusslicht. Gelingt den Linzern kein voller Erfolg, dürfte die Entscheidung in der Abstiegsfrage gefallen sein.

Beim LASK scheint die Euphorie nach dem 1:0-Sensationssieg bei Meister Salzburg jedenfalls schon wieder verfolgen. Die 0:3-Klatsche holte die durch die Bank schwachen Oberösterreicher unsanft auf den Boden zurück. Von Aufgeben war aber (noch) keine Rede. "Es gibt noch sieben Spiele. Am nächsten Samstag geht es noch um sehr viel. Wir kämpfen weiter", erklärte Kapitän Rene Aufhauser. Trainer Walter Schachner wartet dennoch auch nach dem vierten Heimspiel seiner Ära auf den ersten vollen Erfolg vor eigenem Publikum.

Als Schreckgespenst für die Linzer erwies sich erneut Kapfenbergs Deni Alar, der bereits in der 8. Minute mit seinem vierten Tor im vierten Spiel gegen die Athletiker die Weichen auf Sieg stellte. Der von einigen Clubs umworbene 21-Jährige schraubte sein Torkonto damit auf 14 Treffer hinauf. Die Obersteirer holten sich in der Liga auch das nötige Selbstvertrauen, um am Dienstag gegen die Vienna den Sprung ins anvisierte Cup-Semifinale zu schaffen.

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