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Ganz neue Szenen mit dem neuen Trainer bei Rapid © APA (Parigger)

Perfektes Debüt bei Rapid und verspäteter Trainereffekt für Salzburg. Zoran Barisic und Ricardo Moniz haben im Titelrennen der

Perfektes Debüt bei Rapid und verspäteter Trainereffekt für Salzburg. Zoran Barisic und Ricardo Moniz haben im Titelrennen der Fußball-Bundesliga erstmals angeschrieben. Im ersten Spiel nach der Ära Pacult durfte Rapids Interimscoach nach dem 3:0 am Innsbrucker Tivoli freudestrahlend Gratulationen entgegennehmen. Nicht minder glücklich konnte Moniz nach dem 3:0 des Meisters in Graz sein.

Bedingt durch den Ausrutscher der Austria durften sich beide Neo-Coaches als Gewinner der Runde fühlen. Salzburg wies mit Sturm Graz einen direkten Titelkonkurrenten in die Schranken und verkürzte den Rückstand auf die Violetten auf drei Zähler, Rapid liegt nach dem erst vierten Auswärtserfolg der Saison bei fünf Punkten Abstand zum Erzrivalen auch noch in Reichweite.

"Die Salzburger haben mit uns 'Such das Balli' gespielt, wir haben uns eine halbe Stunde lang überhaupt nicht ausgekannt", erklärte Sturms Thomas Burgstaller nach Schlusspfiff in der UPC-Arena entlarvend. Besonders der "lebensgefährliche" (Moniz) Brasilianer Alan hielt die Defensive der Grazer auf Trab und besorgte mit einem Hattrick (30., 36., 86.) im Alleingang den dritten Sieg im Frühjahr. Nach der verpatzten Premiere unter Moniz - dem 0:1 gegen den LASK in der Vorwoche - war beim Titelverteidiger alles eitel Wonne.

"Salzburg hatte immer das Potenzial und die Qualität, beides nur nicht so abrufen können. Ich habe versucht, Ruhe reinzubringen, das war mein Hauptziel. Warum das heute so geklappt hat, weiß ich auch nicht", erklärte der Niederländer nach dem ersten Sieg in seiner Amtszeit. In Graz präsentierte sich der Meister offensiv wie schon lange nicht mehr. Dass unter Huub Stevens eher das Toreverhindern im Vordergrund stand, ließ auch Torhüter Eddie Gustafsson durchklingen. "Ich finde, jetzt sind wir zurück, wo wir schon vor zwei Jahren waren. Wir spielen wieder gut nach vorne", sagte der schwedische Kapitän.

Sturm haderte nach der höchsten Heimniederlage seit acht Jahren mit der verpassten Chance auf die Spitzenposition. "Wir hätten heute die Riesenchance auf die Tabellenführung gehabt, haben es aber selber verhaut. Daran sind wir selber Schuld", ärgerte sich Burgstaller. Trainer Franco Foda, der mit seiner Elf bereits seit acht Spielen auf einen Erfolg gegen die Mozartstädter wartet, sprach von einer kuriosen Situation im Titelkampf. "Jeder kann jeden schlagen. Ich bleibe deshalb dabei: Die Meisterschaft bleibt bis zur letzten Runde spannend."

Krisenstimmung wollte Foda nach der vierten Heimpleite der Saison nicht aufkommen lassen. Offensiv präsentierte sich der Cupsieger stets gefährlich, auch wenn es zum wiederholten Mal gegen den Meister kein Durchkommen gab. In vier Saisonspielen gab es für Sturm nur einen Torjubel gegen die "Bullen". "Ich werde wegen dieser Niederlage nicht alles infrage stellen. Wir lassen uns davon nicht beeindrucken, werden normal weiterarbeiten", sagte Foda.

In der Rapid-Kabine herrschte nach der geglückten Revanche für die 0:4-Pleite beim Aufsteiger zum Saisonstartschuss Euphorie. Ex-Sportdirektor Alfred Hörtnagl gratulierte nicht nur dem neuen Trainer, sondern klatschte nach dem Spiel mit jedem einzelnen Spieler ab. Nur Barisic selbst, der gestand, bei jedem Treffer innerlich explodiert zu sein, trat nach dem Erfolg am Tivoli auf die Euphoriebremse: "Jetzt gilt einmal unsere volle Konzentration dem Cupspiel gegen Mattersburg am Mittwoch." Dass es eine perfekte Runde für den Rekordmeister mit den Niederlagen des Führungsduos war, nahm Barisic zwar freudig zur Kenntnis, sagte aber auch: "Immer langsam. Wir wollen einfach Schritt für Schritt setzen. Und da kommt zuerst Mattersburg."

Den Erfolg wollte Barisic, der in Innsbruck aus seiner aktiven Zeit beim FC Tirol noch viele Freunde hat, nicht auskosten. Anders als seine Spieler, die den neuen Trainer lobten. "Zoki ist ein Trainer, der mit uns lebt, ein emotionaler Trainer, der uns perfekt eingestellt hat", meinte Ex-Wacker-Kicker Boris Prokopic. Die Grün-Weißen waren in Innsbruck in jeder Hinsicht die überlegene Mannschaft. "Weil wir taktisch perfekt eingestellt waren, gewusst haben, wie wir auf Innsbruck reagieren müssen", sagte Stefan Kulovits. Und Torhüter Helge Payer sieht den Sieg über Wacker gar "als Startschuss in eine neue Zeit".

Wacker-Trainer Walter Kogler und sein Sportdirektor Oliver Prudlo, die mit Barisic und Hörtnagl in der glorreichen FC-Tirol-Mannschaft kickten, verstanden nach dem Spiel hingegen die Welt nicht mehr: "Wir waren in allen Belangen nicht am Platz, waren geistig und körperlich zu langsam", bekannte Kogler. Während Rapid nun wieder von Europa träumen darf, bekamen die internationalen Träume der Tiroler einen argen Dämpfer.

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