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"Gratuliere, Meister" oder "Revanche am Mittwoch"? © APA (epa)

Den Kampf um die spanische Fußball-Meisterschaft praktisch verloren, aber moralisch einen Sieg errungen: Real Madrid feierte das

Den Kampf um die spanische Fußball-Meisterschaft praktisch verloren, aber moralisch einen Sieg errungen: Real Madrid feierte das 1:1 im ersten von vier Prestigeduellen mit dem Erzrivalen FC Barcelona fast wie einen Erfolg. Die "Königlichen" hatten in Unterzahl einen 0:1-Rückstand wettgemacht und konnten so für das Cupfinale am kommenden Mittwoch gegen Barca Selbstvertrauen tanken.

Der Auftakt des "Clasico"-Marathons stellte im Grunde alle Seiten zufrieden. Der FC Barcelona versäumte es zwar, nach einem Platzverweis für Real-Verteidiger Raul Albiol und einem Elfmetertor von Weltfußballer Lionel Messi (53.) den Sieg zu landen, trauerte dem Erfolg in Madrid aber trotzdem nicht nach. "Ein Remis im Bernabeu-Stadion ist ein gutes Ergebnis", meinte Trainer Pep Guardiola.

Die Katalanen verteidigten mit dem 1:1 sechs Runden vor Saisonende ihren Acht-Punkte-Vorsprung an der Spitze der Primera Division. Barcelona hat auch die direkten Vergleiche für sich entschieden und das leichtere Restprogramm. Nach dem Finale um den "Königspokal" in der kommenden Woche stehen einander die spanischen Giganten am 27. April und am 3. Mai auch im Halbfinale der Champions League gegenüber.

Reals Trainer Jose Mourinho lamentierte nach der Partie - wieder einmal - über den Schiedsrichter. "Ich bin es leid, gegen Barca immer in Unterzahl spielen zu müssen. Elf gegen elf war es ein ausgeglichenes Spiel", schimpfte der Portugiese. Er hatte schon vor dem Spiel an die Platzverweise erinnert, die es für Akteure seiner Ex-Clubs Chelsea und Inter Mailand gegeben hatte, und gelästert: "Am besten trainieren wir das Spiel mit zehn Mann."

Dabei gab es an der Roten Karte, die Albiol wegen einer Notbremse an David Villa bekommen hatte, nichts auszusetzen. Mourinho kreidete dem Unparteiischen aber an, Barcelonas Verteidiger Dani Alves nach einem Foul im Strafraum nicht ebenfalls vom Platz gestellt zu haben. Den Ausgleich erzielte Cristiano Ronaldo (82.) ebenfalls per Elfmeter. Messi und Ronaldo halten damit bei 30 bzw. 29 Liga-Toren in dieser Saison.

Die Madrilenen, die zuletzt fünf "Clasicos" in Folge verloren und im Herbst im Camp Nou gar eine 0:5-Pleite erlebt hatten, agierten im heimischen Stadion wie eine Gäste-Elf mit Konterattacken. So etwas dürfte in der jüngeren Vereinsgeschichte ziemlich einmalig sein und passt auch nicht zum Selbstverständnis der "Königlichen". Madrilenische Medien waren Mourinho deshalb nicht immer wohlgesonnen. Der Starcoach revanchierte sich auf seine Weise und antwortete auf keine Fragen der lokalen Presse.

Dass Real aus dem in Unterzahl erkämpften Remis gestärkt in die nächsten Duelle gehen könnte, war Barcelona weitgehend egal. "Wir waren überlegen. Obwohl wir nicht die drei Punkte erobert haben, ist das Vertrauen in unsere Stärke nicht erschüttert", meinte Spielmacher Xavi.

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