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Tatar: "Kapfenberg trägt Handschrift Gregoritschs" © APA (Leodolter)

Der Klassenerhalt steht über allem, dennoch hat die Vienna am Dienstagabend das Halbfinale des österreichischen Fußball-Cups

Der Klassenerhalt steht über allem, dennoch hat die Vienna am Dienstagabend das Halbfinale des österreichischen Fußball-Cups im Visier. Die Wiener empfangen den Bundesligisten Kapfenberg auf der Hohen Warte. Beide Teams haben sich am Wochenende Moralinjektionen geholt - Kapfenberg mit einem 3:0 beim LASK und die Vienna mit einem im Abstiegskampf der Erste Liga wichtigen 1:0 beim FC Lustenau.

"Der Cup ist vor allem für die Spieler wichtig, für deren eigenes Renommee. Sie können sich gegen einen Erstligisten sportlich in die Auslage stellen", erklärte Vienna-Trainer Alfred Tatar. Für den Club dagegen stehe der Klassenerhalt in der zweithöchsten Spielklasse im Vordergrund. Mit drei Siegen in vier Spielen haben die Döblinger die "Rote Laterne" an Gratkorn abgegeben. "Der Cup wäre aber auch für den Verein ein guter Imagegewinn", meinte Tatar.

Der dreimalige Cupsieger (1929, 1930 und 1937) steht erstmals seit 1997 im Viertelfinale. Damals war erst im Finale gegen Sturm Graz (1:2) Endstation. Kapfenberg war zuletzt 2009 im Viertelfinale. "Wir nehmen das Spiel sehr, sehr ernst. Für uns ist das ein wichtiger Bewerb, weil die Chance auf ein Finale besteht", betonte Kapfenberg-Coach Werner Gregoritsch, der mit der bestmöglichen Formation antreten will.

Die Steirer müssen allerdings mehrere Ausfälle verkraften, darunter die gesperrten Boris Hüttenbrenner und Topscorer Deni Alar (14 Ligatore). Beide hatten am Samstag in Linz getroffen. "Wir haben schon das ganze Jahr improvisiert", erinnerte Gregoritsch. "Dadurch sind jetzt andere Spieler gefordert. Für sie ist das auch eine Chance." Der KSV-Trainer warnte vor der Vienna: "Mit der Mannschaft vom Herbst kann man sie nicht mehr vergleichen."

Damals waren die Wiener noch klares Tabellenschlusslicht gewesen, im Winter erfolgte der Umbruch. Tatar ortet die Stärken seines Teams derzeit vor allem im mentalen Bereich. "Die Mannschaft hat unglaubliche psychische Belastbarkeit gezeigt", sagte der 47-Jährige, der seit Ende August auf der Hohen Warte tätig ist. Selbst eine 1:4-Heimpleite gegen den direkten Konkurrenten Hartberg vermochte die Vienna nicht aus der Bahn zu werfen.

Gegen den Bundesliga-Achten geht Tatar von einer kampfbetonten Partie aus. "Kapfenberg trägt die Handschrift von Werner Gregoritsch. Ich erwarte einen sehr aggressiven Gegner. Wir können nur bestehen, wenn wir da dagegenhalten", meinte der Vienna-Trainer. "Mit schönem Spiel werden wir nicht erfolgreich sein."

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