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Ernst Weber war ein beliebter Trainer beim ÖFB © APA (Archiv/Diener)

Fußball-Österreich hat am Montagn auf dem Mödlinger Friedhof südlich von Wien unter großer Anteilnahme von ÖFB-Trainer

Fußball-Österreich hat am Montagn auf dem Mödlinger Friedhof südlich von Wien unter großer Anteilnahme von ÖFB-Trainer Ernst Weber Abschied genommen. Über 2.000 Trauergäste, darunter Sportminister Darabos, NÖ Landeshauptmann Erwin Pröll und ÖFB-Teamchef Constantini, begleiteten den am 6. April unter tragischen Umständen im Alter von 62 Jahren ums Leben gekommenen Fachmann auf seinem letzten Weg.

ÖFB-Präsident Leo Windtner würdigte in seiner Ansprache das Wirken und die Erfolge seines ehemaligen Mitarbeiters. Weber habe sich nie in den Vordergrund gestellt, sondern in aller Stille, Demut und Bescheidenheit seine erfolgreiche Arbeit mit profunden Kenntnissen geleistet. "Sein Leben gehörte dem Fußball. Er war für ihn 24 Stunden zwischen Vorarlberg und dem Burgenland unterwegs", rief der Oberösterreicher das Schaffen des Verstorbenen vor allem auch auf dem Nachwuchssektor hervor.

Der Niederösterreicher war eineinhalb Jahrzehnte in Diensten des Österreichischen Fußball-Bundes tätig gewesen. Anfangs als U21-Teamchef (1996 bis 1999) und zuletzt als Teamchef des Frauen-Fußballs, der unter ihm mehr Anerkennung erfahren hat. Marlies Hanschitz, die ÖFB-Teamkapitänin, dankte unter Tränen Weber für dessen Engagement, Leidenschaft und Bereitschaft zum Kampf um den Frauen-Fußball in Österreich. Die Spielerin des FC Kärnten versprach im Namen ihrer in den Nationalfarben gekleideten Mitstreiterinnen, die ebenfalls gekommen waren: "Du wirst in den Länderspielen stets in unseren Herzen sein."

Den langen Trauerzug hinter dem Sarg führten die engsten Verwandten von Ernst Weber an, seine Frau Gabi und sein erwachsener Sohn Alexander. Dieser sagte über seinen Vater, er sei kein Mann großer Worte, sondern einer von großartigen Taten gewesen. Neben der politischen Prominenz und der ÖFB-Spitze, zu der auch Generaldirektor Alfred Ludwig und Sportdirektor Willi Ruttensteiner zählten, erwies auch das Gros der ÖFB-Trainer wie Andreas Herzog, Andreas Heraf oder Hermann Stadler Weber die letzte Ehre.

Viele Freunde und Wegbegleiter von Weber waren ebenfalls zu dem Begräbnis gekommen. Unter ihnen befanden sich u.a. die Berufskollegen Paul Gludovatz (SV Ried), Karl Daxbacher (Austria Wien) sowie die Ex-Teamspieler Rudi Flögel, Thomas Parits, Willi Kreuz, Helmut Köglberger sowie Schiedsrichter-Chef Johann Hantschk, die Ex-Referees Fritz Stuchlik, Thomas Steiner, der frühere ÖFB-Teamzeugwart Helmut Legenstein und zahlreiche ÖFB-Angestellte, die mit Weber fast täglich zu tun hatten.

Weber war kein großer Fußballer (SC Brunn/Gebirge, VfB Mödling, SC Guntramsdorf und SV Großenzersdorf), dafür hat er sich als Trainer einen Namen im Fußball gemacht und als solcher einige Erfolge gefeiert. Zu seinen Höhepunkten zählte EM-Bronze mit der U17-Auswahl 2003 in Portugal, der ÖFB-Cup-Triumph mit dem damaligen Zweitligisten Kremer SC über den von Ernst Happel betreuten FC Tirol 1988 und der Vizemeistertitel mit Admira 1989. Kaplan Maier, der Weber am Montag auf seinem letzten Weg begleitete, war ein Fan der Südstädter - und er war auch ein Fan von Weber. Wer den Experten näher kannte, wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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