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Rapid-Fans träumen vom ersten Cupsieg seit 1995 © APA (Neubauer)

Fußball-Rekordmeister SK Rapid hat auch die zweite Partie unter Interimscoach Zoran Barisic gewonnen und ist zum ersten Mal seit

Fußball-Rekordmeister SK Rapid hat auch die zweite Partie unter Interimscoach Zoran Barisic gewonnen und ist zum ersten Mal seit 2005 ins Halbfinale des ÖFB-Cups eingezogen. Die Spieler feierten den 2:0-Erfolg am Mittwochabend gegen den SV Mattersburg minutenlang mit den Fans, die bereits vom 15. Cupsieg der Vereinsgeschichte träumten.

"Wir holen den Pokal", tönte es lautstark von den Rängen des Hanappi-Stadions. Im Halbfinale kommt es nun zum "vorweggenommenen Finale" zwischen der SV Ried und Rapid.

"Glücksengel" Roman Mählich bescherte den Wienern unmittelbar nach dem Sieg in Hütteldorf das schwerste mögliche Los. In der Keine-Sorgen-Arena haben die Hütteldorfer bei ihrem letzten Auftritt am 22. September 2010 mit 1:3 verloren, auch das bisher jüngste direkte Duell im Cup endete 2008 im Achtelfinale mit einer 2:3-Niederlage. "Wir nehmen das Los an", sagte Barisic.

Stefan Kulovits ist sich der schwierigen Aufgabe bewusst. "Wir wissen, dass es schwierig ist, in Ried zu gewinnen. Das haben die vergangenen Spiele gezeigt. Aber wir sind momentan gut drauf und wenn wir so weiterspielen, werden wir da auch drüberkommen", sagte der seit Dienstag 28-jährige defensive Mittelfeldspieler. 2005 waren die Wiener nach ihrem Halbfinal-Einzug dann auch ins Endspiel vorgedrungen, hatten dort allerdings gegen die Austria (1:3) den Kürzeren gezogen. Der bisher letzte Cupsieg der Hütteldorfer (1995/1:0-Sieg gegen DSV Leoben) liegt schon sehr lange zurück.

Nicht nur deshalb halten sich die Wiener mit großen Kampfansagen zurück. Barisic betonte einmal mehr nur von Spiel zu Spiel zu denken. "Selbst das Halbfinale ist noch weit entfernt", sagte der 40-Jährige. Zuvor gilt es für den Tabellenfünften in der Meisterschaft den Rückstand auf die Europacup-Ränge in den Heimspielen gegen die direkten Konkurrenten Wiener Neustadt (am Samstag) und Salzburg (1. Mai) zu verringern.

Die zuletzt gezeigten Defensivleistungen geben Steffen Hofmann und Co. Hoffnung, dass der Erfolgslauf unter Barisic fortgesetzt wird. Gegen allerdings ziemlich harmlose Mattersburger ließen die Wiener keine einzige Torchance zu, es war die zweite Zu-Null-Partie nach dem 3:0 gegen Wacker Innsbruck in Folge. "Wir sind hinten bombenfest gestanden, haben überhaupt nichts zugelassen", meinte Barisic.

Das Spiel nach vorne war, in einem laut Barisic "typischen Cupspiel", allerdings nicht wirklich berauschend. Das 1:0 (10./Jan Vennegoor of Hesselink) fiel nach einem schweren Tormannfehler von David Schartner, das 2:0 (69./Markus Katzer) nach einem Lattenfreistoß von Hofmann. "Die Spielfreude war erkennbar. Ich hätte mir aber erwartet, dass wir mehr Chancen kreieren. Vorne hat uns die Durchschlagskraft gefehlt", analysierte der Rapid-Coach. Vennegoor of Hesselink hatte gegenüber Hamdi Salihi den Vorzug erhalten, in der Meisterschaft dürfte das wieder anders sein.

Die Burgenländer (25 Punkte) beschäftigten sich nach dem Cup-Aus schon mit dem bevorstehenden Spiel gegen den LASK (16) im Kampf um den Klassenerhalt. "Wir müssen genauso weitermachen und noch ein 'Schäuflein' Mut und Entschlossenheit drauflegen, dann bin ich zuversichtlich für Samstag", gab SVM-Trainer Franz Lederer die Devise aus. "Wir müssen gegen den LASK jetzt schauen, dass wir das zu Ende bringen", fügte Alexander Pöllhuber hinzu.

Nach Meister Salzburg (2. Runde/1:3 bei Blau-Weiß Linz) und Rekord-Cupsieger Austria (Viertelfinale/0:4 gegen Austria Lustenau) schied mit dem Titelverteidiger Sturm Graz ein dritter großer Favorit vorzeitig aus. Sturm-Coach Franco Foda war nach der 1:2-Niederlage in Ried stinksauer auf einen Teil seiner Mannschaft. "Einigen Spielern hat die Einstellung gefehlt, es ist unverständlich. So darf man sich nicht präsentieren, wenn man die Chance auf ein Halbfinale hat", ärgerte sich der Deutsche.

Deshalb werde der eine oder andere Spieler auch am Samstag im Auswärts-Derby gegen Kapfenberg nicht zum Einsatz kommen. "Man kann ein Spiel verlieren, aber es geht immer um die Art und Weise. Wir waren in keinem Zweikampf, wenig bissig und nicht aggressiv", resümierte Foda.

Der Bundesliga-Tabellenzweite hat damit nur mehr eine Chance, sich einen Europacup-Platz zu sichern. Im Gegensatz zu den Oberösterreichern, die dank Toren von Daniel Royer (17.) und Anel Hadzic (94.) im Halbfinale stehen. "Der Sieg geht in Ordnung, wir waren stärker als Sturm", sagte Royer. Die Tendenz beim Tabellenvierten, der zuletzt in der Meisterschaft (2:0 in Wiener Neustadt) nach sieben sieglosen Runden wieder gewonnen hatte, geht nach oben. "Wir haben gewusst, dass wir es draufhaben. Es freut mich, dass wir es jetzt auch wieder umsetzen", erklärte Royer.

Sein Teamkollege Thomas Schrammel richtete gleich eine Kampfansage in Richtung der Hütteldorfer. "Uns trennt nur noch ein Sieg vom Finale. Wir haben keine Angst, können jeden schlagen", sagte der Mittelfeldspieler, dessen Team wie im Vorjahr und zum sechsten Mal insgesamt im Halbfinale steht. Die Halbfinal-Partien werden am 3./4. Mai ausgetragen, im zweiten Spiel empfängt der Kapfenberger SV den Erstligisten Austria Lustenau.

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