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Im Überschwang der Feiern fiel der Pokal vom Bus © APA (epa)

Real Madrid hat Mittwochnacht im Mestalla-Stadion von Valencia durch einen Kopfball von Superstar Cristiano Ronaldo in der

Real Madrid hat Mittwochnacht im Mestalla-Stadion von Valencia durch einen Kopfball von Superstar Cristiano Ronaldo in der Verlängerung mit einem 1:0 gegen den großen Rivalen FC Barcelona den spanischen Fußball-Cup gewonnen. Die Freude über den ersten Cup-Triumph seit 1993 wurde jedoch nach dem Heimflug etwas getrübt, weil die "Copa del Rey" auf der Anfahrt zur Siegesfeier in Madrid Schaden nahm.

Und das kam so: Der "Königscup" rutschte Real-Verteidiger Sergio Ramos vom Oberdeck eines offenen Busses aus den Händen, fiel auf die Straße, streifte das fahrende Fahrzeug und wurde schließlich von diesem überfahren. "Er ist mir runtergefallen, aber er ist okay", erzählte der Pechvogel danach den spanischen Medien. Der Pokal wurde dann später auf der traditionellen Party mit den Fans rund um den Cibeles-Brunnen von Madrid, wo sich um 4.00 Uhr früh rund 150.000 Menschen eingefunden hatten, aber nicht mehr präsentiert.

Dem Jubel der großen Familie des Weißen Balletts tat dieser bedeutende "Ausfall" jedoch nicht den geringsten Abbruch. Zu groß war die Genugtuung, im 211. "El Clasico" den 86. Sieg (356:338 Tore) über den Erzrivalen gelandet, zum 18. Mal die Trophäe und den ersten Titel seit 2008 (Primera Division) geholt zu haben. Die Katalanen, die am Samstag im Liga-Duell in Madrid ein 1:1 erreicht haben, halten vor den nächsten "Clasicos" im Halbfinale der Champions League (Mittwoch/a bzw. 3. Mai/h) bei 82 Erfolgen.

Jose Mourinho, der im Vorjahr mit Inter Mailand alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab, jedoch zuletzt von Real-Legende Alfredo di Stefano wegen seiner defensive Spielweise kritisiert worden war, genoss den Triumph besonders. "Es ist immer schön, einen Trophäe zu gewinnen. Kürzlich hat mich einer Titel-Trainer genannt - danke, das mag ich. Ich versuche meine Arbeit so gut als möglich zu erledigen. Nun bin ich müde, aber sehr zufrieden", sagte der Portugiese erleichtert. Seiner Meinung war es ein großartiges Spiel, in dem Real gegen eine große und teurere Mannschaft gut gespielt habe.

"Wir haben alles richtig gemacht. Der Cup-Erfolg bringt jedoch nur ein bisschen Ruhe, nicht mehr. Ich werde meine Arbeit fortsetzen. Die Leute können sagen, was sie wollen. Ich bin der Coach und entscheide, wie wir spielen. Ich versuche immer das Beste für meine Spieler", meinte Mourinho, der die "Copa del Rey" mit Barca als Assistent von Bobby Robson bzw. Louis Van Gaal schon 1997 und 1998 gewonnen hatte. Der "Special One" hat sich als Cheftrainer in vier verschiedenen Ländern (FC Porto, Chelsea FC, Inter Mailand und Real Madrid) in den Cup-Annalen verewigt.

"Er ist ein Phänomen", lobte Torhüter Iker Casillas. "Er ist der Kapitän unseres Schiffes, der uns seiner Philosophie einimpft - das macht uns so gut", fügte Verteidiger Sergio Ramos hinzu. Er habe einen guten Job gemacht, sagte Goldtorschütze Cristiano Ronaldo über seinen 48-jährigen portugiesischen Landsmann. Der teuerste Fußballer jubelte "über einen sehr wichtigen Titel", über den man sich freue. Nach dem Missgeschick in den nächtlichen Straßen ging es auch ohne die beschädigte Trophäe ab.

Die Verlierer Messi, Iniesta und Co, die in der Primera Division mit acht Punkten Vorsprung auf die Madrilenen vor der erfolgreichen Titelverteidigung stehen, vermochten im Cup-Finale vor 55.000 Zuschauern nur nach der Pause ihr gewohntes Spiel aufzuziehen. "Ich gratuliere Real. Man nicht immer gewinnen, so ist das Leben", sagte Barca-Coach Pep Guardiola und rief zur Konzentration für die nächste Aufgabe auf. Der Rekord-Cupsieger (25) hat am Samstag in der 33. Runde im Camp Nou Osasuna Pamplona zu Gast.

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