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Dortmund könnte schon am Samstag Meister sein © APA (Archiv/dpa)

Die 48. Auflage der deutschen Bundesliga, die als eine der verrücktesten Saisonen in die Fußball-Geschichte eingehen wird, hat

Die 48. Auflage der deutschen Bundesliga, die als eine der verrücktesten Saisonen in die Fußball-Geschichte eingehen wird, hat ihre erste Entscheidung vor sich. Der Dortmunder Rasselbande von Coach Jürgen Klopp winkt am Samstag in der 31. Runde im Borussia-Duell mit Martin Stranzls "Mönchen" der siebente Titelgewinn, der erste seit 2002.

Und das geht so: Gewinnt der BVB in Gladbach gegen das Tabellenschlusslicht, macht er den Triumph dann perfekt, wenn Verfolger Bayer Leverkusen drei Stunden davor gegen TSG 1899 Hoffenheim (Andreas Ibersberger/David Alaba/Ramazan Özcan nicht im Kader) sieglos bleibt. Vor dem ersten Matchball weisen die Dortmunder acht Punkte Vorsprung auf die Leverkusener auf.

Klopp ließ als designierter Meistermacher im Vorfeld der Partie gegen Stranzl und Co keine Euphorie aufkommen, reagierte mit Sondermaßnahmen und hielt das Abschlusstraining hinter verschlossenen Türen ab. "Gladbach kämpft ums Überleben, da weiß man was uns erwartet", warnte der BVB-Coach, der außerdem auf seinen verletzten Mittelfeldstar Nuri Sahin (Innenband-Teilriss im rechten Knie) verzichten muss.

Auf der Gegenseite ist der Einsatz von Dante, des Nebenmannes des Burgenländers Stranzl in der Innenverteidigung, wegen einer Verhärtung am Oberschenkel fraglich und Stürmer Mike Hanke gesperrt. "Es wäre schön, wenn die Dortmunder zu Hause feiern könnten", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl, dessen Verein für den "Fall der Fälle", sprich Titelgewinn des Gegners, aber vorbereitet sei.

Neben den Gladbachern kämpfen mit dem VfB Stuttgart (Tabellen-14./Martin Harnik daheim gegen HSV) und dem 1. FC Kaiserslautern (13./Erwin Hoffer, Clemens Walch, Marko Knaller nicht im Kader auswärts gegen Schalke) zwei weitere "Ösi"-Vereine um den Klassenerhalt. Nicht aller Sorgen ledig ist auch Werder Bremen (11./Sebastian Prödl auf Reha, Marko Arnautovic in Hamburg gegen den Vorletzten FC St. Pauli).

Brisanz liegt im Treffen Eintracht Frankfurt gegen Bayern München. Die Hessen (14.) benötigen Punkte im Abstiegskampf. Der Double-Gewinner 2010, der auf den gesperrten Arjen Robben verzichten muss, kämpft um die Qualifikation für die Champions League und wurde am Donnerstag vom Rivalen Hannover 96 (Emanuel Pogatetz/3:1 in Freiburg) vom dritten Tabellenplatz verdrängt. Und dann ist da noch die schwelende Privatfehde zwischen Eintracht-Trainer Christoph Daum und dem Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß.

Um sich ganz auf die Rettung der Hessen zu konzentrieren, legte Daum das Thema zu den Akten, zumal er eine Versöhnung mittlerweile ausgeschlossen hat. "Mit diesem Herrn will ich überhaupt nicht mehr zusammentreffen, wir bekommen es aber ohnehin mit ganz anderen Leute zu tun", sagte der frühere Austria-Coach. Hoeneß, der vor elf Jahren die Kokain-Affäre von Daum öffentlich gemacht hatte, meinte: "Wenn ich ihn sehe, werde ich ihm die Hand geben."

Mit dem einzigen Duell zweier "Ösi"-Vereine klingt am Sonntag die Runde aus. Der sechstplatzierte 1. FC Nürnberg (Rubin Okotie) empfängt den zwei Punkten und nur einen Rang besseren FSV Mainz (Christian Fuchs/Andreas Ivanschitz). "Wir haben es in der Hand, uns eine sehr gute Ausgangsposition im Kampf um einen Europa-League-Startplatz zu schaffen. Es wäre eine echte Sensation, wenn Mainz in der nächsten Saison im neuen Stadion international dabei wäre. Unsere Fans hätten es sich verdient", meinte Fuchs, dessen Trainer Thomas Tuchel am Donnerstag nicht mit dem Ball, sondern mit Pfeil und Bogen üben ließ. (Schluss) wn/hal

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