vergrößernverkleinern
Zweite Heimpleite unter dem Neo-Trainer © APA (Archiv/Krug)

Bei Österreichs Fußball-Meister Salzburg hat es am Samstagabend nach der 2:3-Heimniederlage im Westderby gegen Wacker Innsbruck

Bei Österreichs Fußball-Meister Salzburg hat es am Samstagabend nach der 2:3-Heimniederlage im Westderby gegen Wacker Innsbruck wieder hängende Köpfe gegeben. Nach dem 0:1 gegen Schlusslicht LASK setzte es auch im zweiten Match vor eigenem Publikum unter Huub-Stevens-Nachfolger Ricardo Moniz eine überraschende Pleite. Moniz sparte deshalb nach Schlusspfiff nicht mit Kritik an seinen Schützlingen.

Moniz ärgerte sich vor allem darüber, dass sein Team nicht das vorentscheidende 3:1 nachgelegt hat. "Zur Halbzeit hätten wir 3:1 führen müssen", meinte der Niederländer angesichts einiger vergebener Topchancen. Auch Gäste-Trainer Walter Kogler gestand: "Ein 1:3 hätten wir wahrscheinlich nicht mehr aufgeholt."

So konnten sich die zunächst überforderten Tiroler aber in der Pause neu orientieren und die Partie drehen. "Nach dem Ausgleich war bei uns die mentale Balance weg", kritisierte Moniz, dem auch das Abwehrverhalten im Magen liegt. "Bei Standardsituationen sind wir zu anfällig, da sind wir einfach zu naiv." Deshalb gab es erstmals seit dem 1:4 gegen Altach am 31. Mai 2009 wieder mehr als zwei Gegentreffer in einem Ligamatch.

Der Rückfall des Meisters nach der Pause habe für Moniz mit technischen Mängeln zu tun, auch fehle es im reichsten Club der Liga an Intelligenz in der Offensive und an der individuellen Qualität. "Wer 2:1 führt, muss in der Lage sein, das Spiel zu kontrollieren. Das gelang uns nicht", stellte Moniz klar. Dabei hatten die Salzburger vor einer Woche noch überzeugend 3:0 in Graz gegen Sturm gewonnen.

"Nach Graz war eine Euphorie da, jetzt sind wir wieder am Boden herunten", meinte Stürmer Roman Wallner vor dem schwierigen Auswärtsmatch der "Bullen" am Sonntag in Wien gegen Rapid. "Wir werden alles daran setzen, dass wir noch weiter nach vorne kommen. Vielleicht ist auch der Meistertitel noch drinnen. Dafür müssen wir in Wien ein gutes Resultat abliefern." Davor gab Moniz seinen Spielern aber erst einmal zwei Tage Osterurlaub.

Tirol jubelte hingegen über den ersten Sieg in Salzburg seit dem 1. April 2001, damals hatte man noch im Stadion Lehen 1:0 gewonnen. "Die Mannschaft hat unheimlich Charakter gezeigt und nach der Pause hochintelligent gespielt. Da waren die Jungs fantastisch. Sie haben sich in das Spiel hineinverbissen. Ich bin stolz auf diese Mannschaft", freute sich Kogler.

Dass Innsbruck nach dem Sieg in Salzburg Richtung Europa League schielen darf, lässt Kogler kalt: "Das ist ein Thema, mit dem wir uns nicht beschäftigen. Meine Aufgabe sehe ich darin, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Und das gelingt uns auch. Wir spielen derzeit ein gutes Frühjahr." Am kommenden Samstag gastiert Kapfenberg auf dem Tivoli.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel