vergrößernverkleinern
Das dritte von vier Duellen innerhalb von 18 Tagen © APA (epa)

Wenn das spanische Cupfinale vor einer Woche ein Indiz für Rivalität, Härte, Intensität und Taktik gewesen ist, dann erwartet

Wenn das spanische Cupfinale vor einer Woche ein Indiz für Rivalität, Härte, Intensität und Taktik gewesen ist, dann erwartet Fußball-Europa am Mittwoch im Semifinal-Hinspiel der Champions League zwischen Real Madrid und FC Barcelona ein "Kampf der Giganten" als dritter Teil der "Clasicos" innerhalb von 18 Tagen. Barca steckt in einer Mini-Krise und wartet in dieser Serie noch auf den ersten Sieg.

Real - Barca ist das insgesamt 212. Duell (86:82 Siege bei 43 Remis, 356:339 Tore für Real) und das siebente im Europacup (3-2-1/12:7 für Real). Zuletzt matchten sich die zwei Rivalen in der Königsklasse 2002, als am 23. April die Madrilenen im Camp Nou 2:0 gewannen und am 1. Mai durch ein 1:1 ins Finale der Champions League einzogen und dann in Glasgow gegen Bayer Leverkusen durch ein 2:1 die wertvollste Trophäe zum neunten und bisher letzten Mal holten.

Kapitän Iker Casillas, einziges Überbleibsel der "Galaktischen" von 2002 um Zinedine Zidane (aufseiten Barcas ist Xavi noch dabei), gab sich vor dem Hinspiel optimistisch: "Jetzt wollen wir auch die Champions League gewinnen!" Selbstvertrauen strahlt auch Cristiano Ronaldo aus. "Wir sind momentan die beiden besten Teams der Welt. Es wird nicht nur für uns Spieler interessant, sondern auch für die Fans und jeden, den Fußball begeistert. Barca spielt unglaublich Fußball, aber auch wir sind sehr stark", sagte der Portugiese.

Und Trainer Jose Mourinho tönte nach dem Cup-Triumph: "Wir wollen mehr!" Der Real-Trainer will beweisen, dass er das "Anti-Barca-Mittel" gefunden hat, wie viele glauben. Der "Special One" hat ja schon vor einem Jahr mit Inter Mailand im Halbfinale belegt, dass die katalonischen Ballzauberer verwund- und nicht unbezwingbar sind. Im Kampf um die "Copa del Rey" hatte Real mit einem verstärkten Mittelfeld die spielerische Achse um Iniesta, Xavi und Messi lange Zeit im Griff gehabt.

"Er wird alles ihm zur Verfügung Stehende nützen, um uns wieder zu bezwingen. Es ist normal, dass die Madrilenen ein besonderes Augenmerk auf ihre Defensive legen und damit unser Passspiel unterbinden wollen", glaubt Barcas Innenverteidiger Gerard Pique. Fragen zum angeblich zu langen Gras im Bernabeu ("Das ist so, damit müssen wir leben"), zu den Leistungen der Schiedsrichter in den beiden jüngsten "Clasicos" oder zu Reals ultraaggressivem Spiel umdribbelte der Freund von Pop-Sängerin Shakira elegant. Fakt ist, Barca hat die Aura der Unbesiegbarkeit verloren.

"Wir wissen, dass alles gegen uns spricht. Kaum jemand wird auf uns setzen", meinte Barca-Feldherr Josep Guardiola. Während Real in Hochform spielt, am Wochenende Valencia CF 6:3 besiegte, der Brasilianer Kaka mit zwei Treffern sowie der Argentinier Gonzalo Higuain mit einem Dreierpack und der Franzose Karim Benzema einmal trafen, läuft's beim Fast-Meister zuletzt nicht so rund wie gewohnt. Beim 2:0 gegen CA Osauna zeigte der Tabellenführer eines seiner schwächsten Saisonspiele.

Das Positivste waren noch das Ende der Durststrecke von elf torloses Spielen von Star-Stürmer David Villa und das 50. Saisontor von Lionel Messi im Finish. Der Argentinier verbesserte damit den Spanien-Rekord von Ferenc Puskas, der 1959/60 für Real auf 49 Treffer gekommen war. "Wir müssen etwas ändern, aber wir werden an unserem Stil festhalten. Ich erwarte Real wieder defensiv. Das kümmert uns aber nicht. Wir sind Barca und werden zu 100 Prozent wie Barca agieren", versprach Verteidiger Dani Alves.

Sergio Busquets gab ihm recht: "Wir müssen besser werden. Denn es ist unmöglich, Real 90 Minuten zu beherrschen". Die Gäste müssen auf Eric Abidal, Adriano, Maxwell und Bojan Krkic verzichten, Carles Puyol könnte als linker Verteidiger in die Startelf rücken. Real muss auf den gesperrten Ricardo Carvalho und den verletzten Sami Khedira sicher verzichten. Raul Albiol, C. Ronaldo, Angel Di Maria und Sergio Ramos wären im Falle einer Gelben Karten im Rückspiel gesperrt.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel