vergrößernverkleinern
Trainer Ferguson gratulierte Schalke-Keeper Neuer © APA (dpa)

Manchester United ist seiner Favoritenrolle im Semifinal-Hinspiel zur Fußball-Champions League eindrucksvoll gerecht geworden.

Manchester United ist seiner Favoritenrolle im Semifinal-Hinspiel zur Fußball-Champions League eindrucksvoll gerecht geworden. Selten verlief eine Partie der Vorschlussrunde so einseitig wie jene in Gelsenkirchen gegen den FC Schalke 04. Der englische Rekordmeister steht nach dem 2:0 vor dem fünften Einzug ins Finale der "Königsklasse", das heuer am 28. Mai im Londoner Wembley-Stadion steigt.

"Wir haben eine Top-Leistung hingelegt. Unsere schnellen Stürmer stellten Schalke vor Probleme. Es war eine unserer besten Darbietungen im Europacup", war ManU-Coach Alex Ferguson, dessen Elf auch im sechsten CL-Auswärtspiel kein Tor kassierte, mit seiner in allen Belangen besseren Truppe sehr zufrieden. Aber im Endspiel, in dem der Sieger des spanischen Duells Real Madrid - FC Barcelona wartet und das die "Red Devils" schon dreimal (1968, 1999, 2008) gewannen, sieht er sie noch lange nicht. "Das Rückspiel ist genauso wichtig, wir werden es nicht auf die leichte Schulter nehmen", fügte der Schotte hinzu.

Ferguson gab zu, dass die erste Hälfte für seine in höchstem Tempo agierenden Mannen frustrierend war, weil Manuel Neuer ManU mit gezählten sieben Glanztaten zur Verzweiflung gebracht und das 0:0 festgehalten hatte. "Er war unglaublich. Das war die beste Leistung, die ich jemals von einem Keeper in einem Spiel gegen meine Mannschaft gesehen habe", lobte Ferguson den deutschen Teamtormann, dem er nach dem Schlusspfiff per Handschlag gratuliert und anerkennend auf die Schulter geklopft hatte.

Der Engländer Wayne Rooney, der Waliser Ryan Giggs und der Mexkaner Javier Hernandez spielten die SO4-Abwehr wiederholt schwindlig, scheiterten aber zunächst immer wieder an Neuer. Ein Abseitstor des Mexikaners in der 51. Minute brachte die Wende. "Da haben wir gesehen, dass Neuer doch nicht unbezwingbar ist", meinte Ferguson, nachdem Giggs (67.) nach herrlichem Zuspiel von Ronney und der Engländer selbst nach ebenso schöner Vorarbeit von Hernandez (69.) die Partie entschieden hatten. Giggs ist mit 37 Jahren und 148 Tagen der älteste Torschütze der CL-Geschichte.

"Wir waren einem Gegner wohl noch selten so unterlegen wie diesmal", brachte es Abwehrchef Christoph Metzelder auf den "königsblauen" Punkt. "Wir haben es Manuel Neuer zu verdanken, dass wir zur Halbzeit nicht schon mit einem, zwei oder drei Toren zurücklagen. Wir haben uns das ein bisschen anders vorgestellt. Manchester war sehr stark. Vor den Toren haben wir auf zu vielen Positionen zugeschaut. ManU ist auf einem anderen Level als Inter", resümierte S04-Trainer Ralf Rangnick die erste Niederlage im sechsten CL-Heimspiel des Halbfinal-Debütanten, der aus der "Königsklasse" Einnahmen von über 50 Mio. Euro lukrieren darf.

Neuer nannte als Grund für das 0:2 den zu großen Respekt, den seine Vorderleute von Anfang an gezeigt hätten. "Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und zu weit auseinander gestanden, um den Spielfluss ManUs zu unterbinden", sagte der Weltklasse-Torhüter und blickte in die Zukunft: "Das Resultat ist klar, aber das Rückspiel geben wir nicht auf."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel