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Kritik von Mourinho an Schiedsrichter Stark © APA (epa)

Das Semifinal-Hinspiel zur Champions League am Mittwochabend zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona (0:2) wird ein Nachspiel

Das Semifinal-Hinspiel zur Champions League am Mittwochabend zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona (0:2) wird ein Nachspiel haben. Die Katalanen wollen die Aussagen von Real-Trainer Jose Mourinho nach dem Schlusspfiff prüfen. Die Rechtsabteilung werde die Kommentare des Portugiesen untersuchen und danach entscheiden, ob die Disziplinar-Kommission der UEFA eingeschaltet werden müsse.

Mourinho hatte den deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark heftig kritisiert. Außerdem unterstellte der Feldherr laut Barca-Website, dass der Verein von der UEFA wegen seines Sponsors unicef begünstigt worden sein könnte. "Wenn ich (zu Stark) und zu der UEFA sagen würde, was ich denke und fühle, würde meine Karriere heute enden", musste sich der Portugiese einen Maulkorb verpassen. Schon vor dem "Clasico" hatte die Madrider Presse Öl ins Feuer gegossen, weil sich der Referee einmal anerkennend über Lionel Messi geäußert hatte.

Der Deutsche sagte einst über den argentinischen Barca-Star, der mit seinen beiden Toren im Finish den 2:0-Sieg fixierte: "Es ist ein Vergnügen, ihn spielen zu sehen." Unmittelbar nach der hitzigen Partie, in der Stark Pepe (61.) bzw. Barca-Ersatztorhüter Jose Pinto (45.) ausgeschlossen und Mourinho nach der Roten Karte für seinen Schützling auf die Bühne verbannt hatte, untersagte der UEFA-Delegierte den Trainern beider Teams zunächst, Interviews zu geben. Zu aufgeheizt war die Stimmung zwischen den Erzrivalen gewesen.

Aber die Aufregung und Emotionen kühlten sich auch danach nur unwesentlich ab. "Warum hat er (Stark) in einem ausgeglichenen Spiel so gehandelt, wie er es getan hat", fragte Mourinho, der den Ausschluss von Pepe mit Applaus bedacht hatte und dafür auf die Tribüne geschickt worden war. "Ich habe dazu nichts gesagt, nur geklatscht und meine zwei Daumen in die Höhe gehalten", beteuerte der Real-Coach sein Unschuld.

Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Duelle seiner Ex-Vereine Chelsea und Inter mit Barca im Semifinale 2009 und 2010, in denen auch der Gegner bevorzugt worden sei. "Von wo kommt all diese Hilfe her", fragte sich der "Special One" nach dem "Skandal von Bernabeu". "Eines Tages hoffe ich, eine Antwort auf die Frage zu bekommen", meinte Mourinho, dem nach seiner Verbannung eine längere Sperre durch die UEFA droht.

Der Europa-Verband werde den offiziellen Bericht des deutschen Schiedsrichters und der Delegierten abwarten, bevor ein mögliches Disziplinar-Verfahren eröffnet werden könne, erklärte am Donnerstag ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Im Regelfall sei ein von der Betreuerbank verbannter Trainer automatisch für die kommende Partie im selben Bewerb (am Dienstag im Camp Nou) suspendiert.

Diese Strafe kann sich jedoch nach UEFA-Angaben bei schweren Vergehen oder im Fall der Wiederholung erhöhen. Als Chelsea-Coach musste Mourinho nach kontroversen Aussagen zu einer Schiedsrichterleistung bereits im Jahr 2005 bei zwei Viertelfinal-Partien gegen Bayern München von außen zuschauen. Der ins Fadenkreuz geratene Portugiese erhielt am Tag nach dem ruppigen Semifinale sowohl von der Madrider als auch von der katalanischen Presse Beistand. Sie empfanden unisono die Rote Karte gegen Pepe als zu hart.

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