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Beide Klubs schwächeln derzeit © APA (Archiv/Diener)

Wr. Neustadt und Austria Wien haben derzeit eines gemeinsam: Sie befinden sich auf der Suche nach dem Fußball-Erfolg. Diesen

Wr. Neustadt und Austria Wien haben derzeit eines gemeinsam: Sie befinden sich auf der Suche nach dem Fußball-Erfolg. Diesen wollen sie am Samstag in ihrem direkten Duell zur 31. Bundesliga-Runde im Stadion Wiener Neustadt einfahren.

Die Niederösterreicher sind seit 19. März (2:1/h SV Mattersburg) sieglos (0-1-3), die Violetten fuhren in den jüngsten sechs Runden (1-3-2) nur einen Dreier (2:0/h KSV am 2. April) ein und blamierten sich dazu im ÖFB-Cup-Viertelfinale (0:4/h) gegen den Lustenauer Namensvetter. "Beide Clubs haben zuletzt schlechte Ergebnisse erzielt. Für die Austria geht es um mehr, für uns um Punkte, eine bessere Platzierung in der Tabelle, Spielpraxis für die kommende Saison. Und die Jungen können sich zeigen", meinte SCWN-Coach Peter Schöttel, der hofft, dass seine Schützlinge die schwierige Situation im Umfeld des Vereins für 90 Minuten beiseiteschieben kann. "Lange Zeit ist uns das gut gelungen, zuletzt weniger. Wir wollen wieder punkten und gewinnen", meinte der Ex-Rapidler.

Er stuft die Violetten als unroutinierteste Mannschaft der Titelkandidaten ein. "Die Spieler waren in ihrer Karriere nicht oft in einer solchen Situation, da wird viel im Kopf entschieden. Im Cup sind sie so untergegangen, dass da ein Knacks geblieben ist. Da ist es schwierig, wieder aufzustehen", glaubt Schöttel, dessen Elf sich für das am 19. Februar am Verteilerkreis erlittene 0:4-Debakel revanchieren möchte. Die Niederösterreicher halten vor eigenem Publikum bei acht Siegen, vier Remis und drei Niederlagen (0:5 Ried, 0:3 Sturm und 0:2 Ried).

Die verunsicherten und schwächelnden Favoritner haben am Ostersonntag in Ried die Tabellenführung an Sturm Graz verloren und sind vom Gejagten zum Jäger mit einen Punkt Rückstand geworden. Trainer Karl Daxbacher nahm aus dem Innviertel das Positive mit. "Das 1:1 in letzter Minute war wichtig. Jetzt hoffe ich, dass wir befreiter aufspielen. Alle müssen an ihr Potenzial herankommen, das die schon gezeigt haben", sehnt der 58-Jährige eine Trendwende aus dem Formtief und der gewissen Verunsicherung herbei.

Sein Tor zum 1:1 in Ried sah Roland Linz als ersten Schritt zurück auf den Titelweg. "Auch wenn wir in den vergangenen Wochen ein Formtief hatten, teils unnötig Punkte liegen gelassen haben, so sind wir dran. Aber nun geht es wirklich ans Eingemachte. Wir haben alle Chancen auf die Meisterschaft", appellierte der Kapitän vor seinem 41. Pflichtspiel in dieser Saison (21 Tore). Jeder wisse, worum es gehe. "Die Meistermannschaft 2006 hatte sicher mehr Routine gehabt, dafür ist das Team jetzt hungriger."

Genau dieser Biss, dieser Wille, den Teller im Jahr des 100-Jahr-Club-Jubiläums zu holen, müsse in den kommenden Spielen nach innen und außen zu spüren sein, beschwor der 29-Jährige. Man dürfe sich dafür ruhig ordentlich aufstacheln. "Reibung hat positive Effekte, weil sie aufrüttelt und für die nötige Spannung und Konzentration sorgt, und genau die brauchen wir in dieser Phase", meinte Linz, für den der Auftritt gegen den Tabellensiebenten kein Honiglecken wird. "Die Niederösterreicher haben ein ambitioniertes Team mit einem sehr guten Trainer. Wir wollen dort aber bestehen, ein tolles Spiel abliefern und wenn möglich gewinnen."

Vor dem Duell der zweitbesten Heim- mit der besten Auswärtelf will Daxbacher über den möglichen Ausgang des Titelrennens keine Prognosen aufstellen oder Vermutungen äußern. "Das ist sinnlos, es ändert sich ja von Runde zu Runde. Vor zwei Wochen waren wir Favorit, jetzt ist es Sturm und nach dieser Runde wird es vielleicht SV Ried sein. Die ersten Fünf haben noch Chancen, da ist alles möglich, werden noch 18 Punkte vergeben", meinte Austria-Feldherr. Die Austrianer haben in sieben Liga-Spielen gegen Wiener Neustadt erst eine Niederlage (1-2-4/31. Oktober 2009 auswärts 3:4) kassiert und in dieser Saison in der Fremde überhaupt erst einmal, am 6. November (1:2 in Ried), verloren.

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