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Dortmund feierte rauschende Meisterpartie © APA (dpa/Archiv)

Borussia Dortmund hat eine überragende Saison in der deutschen Fußball-Bundesliga mit dem siebenten Meistertitel gekrönt. Nach

Borussia Dortmund hat eine überragende Saison in der deutschen Fußball-Bundesliga mit dem siebenten Meistertitel gekrönt. Nach monatelanger Alleinherrschaft an der Tabellenspitze bewies das zuletzt leicht wankende Team von Trainer Jürgen Klopp beim 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg Nervenstärke und zog nach dem zeitgleichen 0:2 von Verfolger Leverkusen in Köln zwei Runden vor Schluss uneinholbar davon.

Dank der Treffer von Lucas Barrios (32.) und Robert Lewandowski (43.) feierten die meisten Fans auf den Tribünen des ausverkauften Signal Iduna Parks schon vor dem Schlusspfiff eine rauschende Meisterpartie. Schon vor dem Abpfiff herrschte im größten Bundesliga-Stadion meisterliche Stimmung.

Im 100. Spiel von Jürgen Klopp auf der BVB-Trainerbank erwischte die Borussia einen dürftigen Start. Ungewohnt viele Zweikämpfe gingen verloren, die Fehlpassquote war hoch wie selten. Als sich die Franken (ohne Rubin Okotie) anschickten, mehr und mehr die Regie zu übernehmen, verhalf ein Tor aus dem Nichts der Borussia aus der Klemme. Einen Flachschuss von Mario Götze konnte Schäfer nur abklatschen, Barrios drückte den Ball aus drei Metern über die Linie.

Das 1:0 nahm dem Tabellenführer die Anspannung. Nach einer Flanke von Lukasz Piszczek war Barrios (37.) bei einem Kopfball seinem 15. Saisontreffer nahe. Nur fünf Minuten später verwandelte Lewandowski das Stadion in ein Tollhaus: Mit einem Heber über "Club"-Torhüter Schäfer sorgte der polnische Nationalspieler für das vorentscheidende 2:0.

Nach Wiederanpfiff drosselte die Borussia das Tempo und verstärkte die Torsicherung. Das tat der guten Stimmung auf den Tribünen keinen Abbruch. Im Gegenteil: Als der Stadionsprecher per Mikrofon in der 65. Minute den Führungstreffer der Kölner gegen Leverkusen bekanntgab, erbebte das Stadion in seinen Grundfesten. Im Jubelsturm der Anhänger gingen die letzten Minuten der Partie nahezu unter. Dabei bot sich Barrios nach Flanke von Götze in der 79. Minute per Kopf noch die große Chance, auf 3:0 zu erhöhen.

Nach dem Schlusspfiff tanzten die Spieler des BVB ausgelassen auf dem Rasen, auf den Rängen ging am Samstag um 17.18 Uhr nach dem 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg die größte schwarz-gelbe Party seit Jahren los. Nur Trainer Jürgen Klopp schritt äußerlich gefasst über das Spielfeld, um dann seine Spieler zu herzen und umarmen.

Keinen Zweifel am Titelgewinn hatte es schon zuvor auf der Südtribüne gegeben. Die legendäre "Gelbe Wand" stand eine halbe Stunde vor Anpfiff in Erwartung des frühzeitigen Titel-Triumphs komplett: Die 25.000 Hardcore-Fans feuerten ihre Lieblinge schon beim Aufwärmen frenetisch an. Viele Anhänger hatten schon Imitationen der Meisterschale mitgebracht, die sie immer wieder in die Höhe reckten. Selbst das traditionell angestimmte "You never walk alone" hallte an diesem westfälischen Fußball-Festtag beseelter durch das Stadionrund.

Bald nach Schlusspfiff wurde Klopp mit Bier geduscht, danach ließen ihn seine Spieler hochleben. "Was die Jungs geleistet haben, ist nicht in Worte zu fassen", sagte der Coach. "Es ist einer der schönsten Tage. Wir haben sehr, sehr lange darauf gewartet, das war eine lange Durststrecke. So eine junge Mannschaft als deutscher Meister hat es in der Bundesliga-Historie wohl noch nicht gegeben", sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Um ihn herum feierten die BVB-Spieler ihren Coup tanzend, lachend und singend. "Es ist ein wunderbares Gefühl. Der ganze Club hat das verdient. Die Mannschaft hat eine Riesen-Saison gespielt. Mir fällt gar nichts Richtiges ein, ich bin einfach nur glücklich", meinte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Und Präsident Reinhard Rauball versprach: "Dortmund ist jetzt zwei Wochen im Ausnahmezustand und da werde ich mich angemessen einbringen. Es ist sicher einer der emotionalsten Tage in meinem Leben, wenn ich von meinem Privatleben mal absehe."

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