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Hunderte Anhänger stürmten den Platz © APA (epa)

Fan-Krawalle auf dem Rasen, Spieler in Angst und ein Schiedsrichter auf der Flucht: Das griechische Fußball-Cupfinale ist am

Fan-Krawalle auf dem Rasen, Spieler in Angst und ein Schiedsrichter auf der Flucht: Das griechische Fußball-Cupfinale ist am Samstag im Chaos versunken. Beim 3:0-(0:0)-Sieg von AEK Athen gegen Atromitos Halkidona stürmten Hunderte Anhänger noch vor Spielende den Platz im Olympiastadion und griffen einige Atromitos-Profis an. Den Cupsiegern von AEK verging nach ihrem 14. Pokalerfolg die Partylaune.

Schon vor der Partie gab es Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und der Polizei, die Tränengas und Schlagstöcke einsetzte. "Ich fürchte, wir werden bald einen toten Spieler haben. Niemand tut etwas dagegen", sagte der frühere Eintracht-Frankfurt-Profi Nikos Liberopoulos nach dem Spiel im Radio. Liberopoulos (29. Minute), Nabil Baha (78.) und Pantelis Kafes (85.) hatten AEK mit ihren Treffern zum Titel geschossen. Doch die Attacken von AEK-Anhängern auf die Mannschaft von Atromitos in der Nachspielzeit vermasselten die Feier. Augenzeugen zufolge wurden sogar Familienmitglieder der Spieler mit Leuchtpistolen bedroht.

Als die Krawallmacher auf den Rasen strömten, flüchtete der Schiedsrichter in die Kabine. Für etwa 30 Minuten blieb unklar, was der Referee entschieden hatte. Schließlich wurde bekannt, dass er das Spiel offenbar aus Angst vor weiteren Randalen in der ersten Nachspielminute abgepfiffen hatte, obwohl er vorher neun Minuten Nachspielzeit angezeigt hatte. "Der griechische Fußball ist ein Bordell", sagte der Trainer von Atromitos, Giorgos Donis, laut Staatsradio "ERA-Sport".

Auch in Athens Innenstadt hatte es heftige Hooligan-Attacken gegeben. Nach Angaben der Polizei wurden 14 Personen festgenommen, 60 kamen in Gewahrsam. Elf Menschen, darunter neun Polizisten, wurden leicht verletzt, berichtete das Staatsradio.

In dieser Saison hatten bereits mehrfach Ausschreitungen den griechischen Fußball in Verruf gebracht. Schon beim Cup-Halbfinale zwischen PAOK Saloniki und AEK Athen (0:1) am 17. März stürmten kurz vor Spielende Dutzende PAOK-Hooligans den Rasen. Spieler, Trainer und Schiedsrichter flüchteten in die Kabinen. Zuvor hatte eine Leuchtkugel AEK-Torwart Sebastian Saja getroffen. Er erlitt leichte Verbrennungen. PAOK musste eine Rekordstrafe von 250.000 Euro zahlen und ein Heimspiel vor leeren Rängen austragen.

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