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Thuram stammt von den französischen Antillen © APA (epa)

Die Affäre um ethnische Quoten in den Nachwuchsakademien in Frankreichs Fußballverband (FFF) ist laut Lilian Thuram ein "wahrer

Die Affäre um ethnische Quoten in den Nachwuchsakademien in Frankreichs Fußballverband (FFF) ist laut Lilian Thuram ein "wahrer Skandal". "Wir haben noch nicht die Beweise, aber es ist klar, dass wir uns im Herzen eines Skandals befinden", betonte der von den französischen Antillen stammende ehemalige Verteidiger und Rekord-Teamspieler (142 Einberufungen) im Pariser Fernsehsender TF1.

Was die Fußballspieler mit Doppelstaatsbürgerschaft anlangt, die Teamchef Laurent Blanc als ein "Problem" bezeichnet hatte, meinte Thuram: "Es ist ein falsches Problem, denn die besten Spieler werden für Frankreich ausgewählt. Jene, die für ihr Herkunftsland spielen, wurden nicht in die französische Nationalmannschaft geholt." In diesem Zusammenhang erinnerte der 39-Jährige daran, dass Fußballer wie Karim Benzema, Samir Nasri und Yann Mvila trotz ihrer ausländischen Herkunft im französischen Team spielen. "Wann wird man sich endlich von den Vorurteilen der Hautfarbe befreien? Wann wird man endlich aufhören zu sagen, dass man schneller läuft, weil man schwarz ist? Dass man weniger intelligent ist, wenn man schwarz ist?", fragte Thuram.

Francois Blaquart, Technischer Direktor im FFF, der sich für eine Einschränkung der Anzahl binationaler Spieler in den Nachwuchsakademien ausgesprochen hatte, wurde am Samstag für die Dauer einer auf acht Tage anberaumten Untersuchung des Falles suspendiert. Am Donnerstag hatte der französische Internet-Informationsdienst "Mediapart" berichtet, dass der FFF plane, in seinen Ausbildungszentren Quotenregelungen zur Begrenzung von dunkelhäutigen und arabisch-stämmigen Spielern einzuführen. Blanc, der dieser Beschränkung laut Medienberichten zugestimmt habe, hatte sein Mitwissen zunächst bestritten, bevor er dann am Samstag zugab, dass gewisse seiner Aussagen zu "Missverständnissen" geführt haben könnten und sich dafür entschuldigte, falls er "gewisse Sensibilitäten verletzt" habe.

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