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Jubel bei der Mannschaft der Stunde © APA (Leodolter)

Jubel bei der Mannschaft der Stunde, Sturm Graz, hängende Köpfe bei der Wiener Austria. Während die Steirer mit dem

Jubel bei der Mannschaft der Stunde, Sturm Graz, hängende Köpfe bei der Wiener Austria. Während die Steirer mit dem souveränen 4:0-Heimsieg über Mattersburg am Samstag die Tabellenspitze nicht nur erfolgreich verteidigten, sondern die Führung auf vier Punkte ausbauten, setzten die "Veilchen" mit dem 2:4 in Wiener Neustadt ihre Talfahrt fort.

Die Sturm-Fans jedenfalls skandierten bereits fünf Runden vor dem Ende "Wir werden Meister", Trainer Franco Foda stieg aber auf die Euphoriebremse. Die erfolgreichen Kicker träumten schon vom wohlverdienten freien Sonntag, Foda mimte den Spielverderber. "Wir trainieren morgen normal weiter und bleiben damit in unserem Rhythmus. Wir müssen uns konzentriert auf Ried (8. Mai, Anm.) vorbereiten", mahnte der Deutsche nach dem 14. Zu-Null-Sieg seines Teams in dieser Saison.

Der Weg zum dritten Meistertitel nach 1998 und 1999 scheint frei zu sein, zu den Chancen äußerte sich Foda aber gewohnt vorsichtig: "15 Punkte sind noch zu verteilen, wir denken weiter nur von Spiel zu Spiel." Altmeister Mario Haas, bei beiden Titelgewinnen dabei, kennt jedenfalls das psychologische Patentrezept: "Meister wird, wer ruhig bleibt und kontinuierlich weiterspielt."

Neuerlich Fassungslosigkeit herrschte in der Reihen der Wiener Austria. Das vor Wochen noch hochgepriesene Favoritner Ensemble ist nach dem 2:4 bei den heimstarken Wiener Neustädtern bereits vier Spiele ohne Sieg und droht, den Titel zu verspielen. Trainer Karl Daxbacher war ratlos: "Eine wirkliche Erklärung dafür habe ich nicht."

Sportvorstand Thomas Parits hat den Kampf um Platz eins bereits abgeschrieben. "An den Titel brauchen wir nicht mehr zu denken. Wir müssen jetzt schauen, dass wir einen Europacup-Platz erreichen", sagte der ehemalige Austria-Aktive. "Ich werde mich mit Daxbacher zusammensetzen, wir werden die Situation analysieren. Ich verstehe die Fans, sie sind enttäuscht so wie wir alle."

Wie schon nach der 0:4-Cup-Heimpleite gegen Austria Lustenau in der Vorwoche, äußerte der Anhang neuerlich sehr effektvoll seine Unzufriedenheit. Rund eine Stunde lang blockierte ein Teil der mitgereisten Fans den Mannschaftsbus.

"Der Titel ist weg", meinte auch Stürmer Roland Linz, "Sturm ist jetzt der große Favorit. Das, was wir abliefern, ist einer Austria nicht würdig." AG-Vorstand Markus Kraetschmer versicherte, dass der Coach nicht um seinen Job fürchten müsse. "Daxbacher steht ganz sicher nicht zur Diskussion. Wir sind immer noch die große Austria, wir sind ein Team, wir werden da wieder rauskommen."

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