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Dortmund spielte sich vom Underdog zum Meister © APA (dpa)

Der siebente deutsche Fußball-Meistertitel ist Dortmund seit Samstag sicher, ebenso wie Respekt und Anerkennung der Konkurrenz.

Der siebente deutsche Fußball-Meistertitel ist Dortmund seit Samstag sicher, ebenso wie Respekt und Anerkennung der Konkurrenz. "Das ist ein Märchen, das uns keiner mehr nehmen kann", jubelte Erfolgstrainer Jürgen Klopp. Angesichts einer souveränen Saison gratulierten selbst die Verlierer.

"Borussia ist ein würdiger Nachfolger von Bayern München", sagte dessen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Schalke-Coach Ralf Rangnick geriet fast ins Schwärmen: "Die ganze Liga kann Dortmund nur ihren Respekt aussprechen. Klopp hat in drei Jahren eine Spitzenmannschaft geformt, die attraktiven Fußball spielt." Und der deutsche Teamchef Joachim Löw fasste es zusammen: "Über die ganze Saison war der BVB das konstanteste Team, das in vielen Begegnungen attraktiven Fußball geboten und gleichzeitig immer taktisch sehr diszipliniert agiert hat."

Selten war ein Meistertitel so verdient. Die Borussia gewann die meisten Spiele (22), kassierte die wenigsten Gegentore (19), war immer da, wenn es darauf ankam - und das auch noch mit dem geringsten Durchschnittsalter eines Meisterteams in der Historie der Bundesliga. "Es hätte die Gesetzmäßigkeiten des Sports konterkariert, wenn diese Mannschaft nicht Meister geworden wäre", sagte Trainer Jürgen Klopp.

Dabei hatte vor der Saison die Borussen niemand auf der Rechnung. "Die Talsohle ist durchschritten, es geht wieder aufwärts. Wir müssen jetzt den nächsten Schritt tun und die Borussia Jahr für Jahr auf eine immer bessere Plattform hieven", meinte etwa Borussia-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kurz vor Beginn der laufenden Saison.

Neun Monate später hat sich der Verein vom Sorgenkind zum Erfolgsmodell gewandelt: Für die noch vor sechs Jahren von der Insolvenz bedrohten Dortmunder wird die Meisterschaft zu einer lukrativen Angelegenheit. Die noch immer mit rund 57 Millionen Euro verschuldete Borussia kann sich über Brutto-Zusatzeinnahmen von über 25 Millionen Euro freuen.

Freude herrschte auch bei Mainz, Club von Andreas Ivanschitz und Christian Fuchs. Nicht zuletzt dank eines Treffers von Ivanschitz wurde das abstiegsgefährdete Frankfurt mit 3:0 geschlagen, nun winkt ein Europa-League-Startplatz. "Die fünf Punkte Vorsprung auf Nürnberg werden wir uns nicht mehr nehmen lassen", sagte der Burgenländer, dem sein drittes Saisontor besonders gut tat: "Das war für mich persönlich sehr wichtig und ist eine Bestätigung meiner guten Arbeit."

International wird auch Hannover 96 von Emanuel Pogatetz vertreten sein - zum ersten Mal seit 19 Jahren. Allerdings nicht, wie noch vor kurzem erhofft, in der Champions League. Nach dem 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach und dem Sturz auf Tabellen-Platz vier hinter die Bayern hat Trainer Mirko Slomka mit der Königsklasse abgeschlossen: "Ich glaube nicht, dass Bayern jetzt noch irgendwo Punkte lässt. Ich glaube, dass sie sich jetzt durchsetzen werden."

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