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Meister beim Rekordmeister höchst erfolgreich © APA (Neubauer)

Zumindest in punkto Effizienz hat Red Bull Salzburg am Sonntag im Hanappi-Stadion einen meisterlichen Auftritt hingelegt. Der

Zumindest in punkto Effizienz hat Red Bull Salzburg am Sonntag im Hanappi-Stadion einen meisterlichen Auftritt hingelegt. Der Titelverteidiger fixierte den 2:1-Auswärtssieg gegen Rapid ausgerechnet in jener Phase, in der die Hütteldorfer dem Sieg deutlich näher schienen, und wahrte damit die Chance auf Platz eins in der Endabrechnung.

Salzburg-Coach Ricardo Moniz freute sich über die Abgebrühtheit seiner Kicker. "Rapid hatte zwar mehr Ballbesitz, aber das muss im Fußball nicht entscheidend sein", erkannte der Niederländer und meinte stolz: "Die effizientere Mannschaft hat gewonnen."

Durch den ersten Erfolg über Rapid in der laufenden Saison rückten die Mozartstädter auf Rang drei vor und liegen weiterhin fünf Punkte hinter Spitzenreiter Sturm Graz. Obwohl der Meister angesichts des um 16 Treffer schlechteren Torverhältnisses in den ausstehenden fünf Runden wohl sechs Zähler auf die Steirer gutmachen müsste, ist der Glaube an Platz eins ungebrochen. "Es war wichtig, dass wir unsere letzte Chance genützt haben", sagte Moniz.

Mittelfeldspieler Simon Cziommer versprüht im Titelrennen noch größeren Optimismus als sein Trainer. "Wir sind jetzt wieder dick dabei", behauptete der Deutsche und sprach von einem verdienten Sieg seiner Mannschaft. "Wir waren über 60, 70 Minuten das bessere Team. Rapid hatte mit Ausnahme der Schlussphase nur Chancen aus Standard-Situationen."

Rapid-Kapitän Steffen Hofmann konnte diese Ansicht nicht ganz teilen. "In der zweiten Halbzeit bis zum Gegentor waren wir sehr überlegen. Wir haben es aber nicht geschafft, ein Tor zu machen", meinte der Regisseur, der wegen angeblichen Simulantentums für das kommende Liga-Spiel in Kapfenberg gesperrt ist. "Das war aber keine Schwalbe", betonte Hofmann.

Der Ärger des Deutschen über seine Gelbe Karte wurde noch dadurch verstärkt, dass Salzburg-Verteidiger Milan Dudic trotz der "Tätscheleien" gegen Hofmanns Gesicht mit Gelb davongekommen war. "Er hat mir eine 'Watschn' gegeben. Aber wenn ich zu Boden gehe, bekomme ich wegen einer Schwalbe wahrscheinlich Gelb-Rot", vermutete der 30-Jährige.

Sein Trainer Zoran Barisic wollte die Pfiffe von Referee Robert Schörgenhofer nicht öffentlich beurteilen. "Der Schiedsrichter ist ein Mensch, der auf einem rechteckigen Rasen ein Pfeiferl im Mund hat und Entscheidungen treffen muss. Die müssen wir akzeptieren. Jeder soll sich sein eigenes Bild machen", forderte der Interimscoach.

Wie Moniz sprach auch Barisic von einem absoluten Spitzenspiel, das den 17.500 Zuschauern vorgesetzt worden sei. "Und in solchen Spielen entscheiden Kleinigkeiten. Uns sind leider zwei Fehler passiert, für die wir hart bestraft worden sind. Salzburg war heute die glücklichere Mannschaft."

Dass Rapid als Fünfter mit sieben Punkten Rückstand auf Sturm aller Meisterchancen ledig ist, gab Barisic unumwunden zu. "Aber wir haben auch nie über den Titel gesprochen. Unser erklärtes Ziel ist nach wie vor ein internationaler Startplatz", erklärte der 40-Jährige.

Auch Hofmann hat den Meistertitel endgültig abgehakt. "Darüber brauchen wir jetzt nicht mehr zu reden. Unser Ziel muss jetzt der dritte Platz und der Cup sein." Diesbezüglich wartet schon am Mittwoch eine richtungsweisende Partie, wenn es auswärts gegen die SV Ried um den Einzug ins Cup-Finale geht.

Das Selbstvertrauen von Rapid habe vor dem "vorweggenommenen Finale" (die zweite Vorschlussrunde bestreiten Kapfenberg und Austria Lustenau) laut Barisic keinen Schaden genommen. "Ich weiß nicht, warum wir einen Knacks haben sollten. Wir haben eine gute Leistung geboten, jeder kann sich in den Spiegel schauen", sagte der Ex-Profi, der nach drei Siegen in seinen ersten drei Pflichtspielen als Chefcoach die erste Niederlage einstecken musste.

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