vergrößernverkleinern
Der ÖFB-Teamspieler steht wieder mal in der Kritik © APA (dpa)

Der deutsche Bundesligist Werder Bremen hat wieder Probleme mit Marko Arnautovic. Vor und nach der 0:1-Heimniederlage gegen

Der deutsche Bundesligist Werder Bremen hat wieder Probleme mit Marko Arnautovic. Vor und nach der 0:1-Heimniederlage gegen Wolfsburg am Freitag ließen Trainer Thomas Schaaf bzw. Sportdirektor Klaus Allofs, die sich normal mit öffentlicher Einzelkritik zurückhalten, kein gutes Haar an dem ÖFB-Teamspieler. "Marko ist nicht mit der richtigen Einstellung beim Training", sagte Schaaf vor der Partie.

Weil Sandro Wagner wegen Verletzung kurzfristig ausgefallen war, kam der Wiener gegen die Niedersachsen wieder einmal zu einem 90-Minuten-Einsatz, den das deutsche Fachmagazin "kicker" mit der schlechtesten Note "6" bewertete. Andere Medien sahen Arnautovic nicht besser, da hieß es, dass der 22-Jährige völlig lustlos, unmotiviert, unkonzentriert gespielt und an jeder Entscheidung des Schiedsrichters herumgemeckert habe.

Nur neun Zweikämpfe soll er bestritten und davon lediglich zwei gewonnen haben. Der Boulevard stempelte seine Leistung als "Witz" ab, schrieb von einer "glatten Frechheit". "Nicht gut", meinte Allofs zu dem Auftritt und legte noch nach: "Wir sind mit vielen Dingen nicht zufrieden. Er muss noch eine Menge lernen, das hat das Spiel gegen Wolfsburg unterstrichen. Es begreifen nicht alle, wie und wo sie gefordert sind!"

Dabei müsse man, so Allofs, im Abstiegskampf - Werder ist vor den letzten zwei Runden vier Punkte vom Relegationsplatz entfernt - das Messer zwischen den Zähnen haben. 24 Liga-Einsätze, aber selten über die volle Distanz, zwei Tore und drei Assists sind für einen Mann, der vorigen Sommer von Inter Mailand für angeblich 6,5 Mio. Euro geholt worden war, als Arbeitsnachweis jedenfalls viel zu wenig.

Werder hat schon viele "schwierige Typen" zurechtgebogen. Schaaf hat auch immer wieder versucht, den Exzentriker zur Räson zu bringen. Der Erfolg stellt sich bei Arnautovic aber bisher nicht ein. Da und dort wird in der Presse schon gemunkelt, dass die Hanseaten ihren "Ösi" wieder los werden wollen. Dass der Legionär am Samstag daheim gegen Meister Borussia Dortmund die Chance erhält, seine spielerischen Qualitäten zu zeigen, scheint nach dem jüngsten Auftritt mehr als fraglich.

Die Online-Ausgabe der "Bild"-Zeitung (bild.de) brachte am Mittwoch eine große Geschichte über den Problem-Boy. Sie hatte in Wien die Jugend-Trainer besucht und ihnen die Frage gestellt, wie ist Marko zu dem geworden, der er heute ist? Auch Othmar Larisch vom Floridsdorfer AC fand deutliche Worte zu den Eskapaden: "Marko hat ein Kopf-Problem, sonst würde er sich nicht immer so benehmen. Er hat Minderwertigkeitskomplexe und muss zum Psychologen. Das würde ihm helfen."

Der 64-Jährige versicherte, dass Arnautovic für ihn nie ein Sorgenkind gewesen sei, er ihn immer im Griff gehabt habe. Larisch ist von den sportlichen Qualitäten seines früheren Schützlings noch immer überzeugt, vergleicht sie mit den Stars vom FC Barcelona. "Aber die sorgen nicht für Skandale, das ist noch der Unterschied." Er sei überzeugt, dass Arnautovic sich eines Tages ändern werde.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel