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Zur Sprache kamen nicht bezahlte Rechnungen © APA (Archiv/Leodolter)

Am Mittwoch ist am Grazer Straflandesgericht der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des

Am Mittwoch ist am Grazer Straflandesgericht der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz fortgesetzt worden. Dem ehemaligen Präsidenten des Clubs werden u.a. schwerer Betrug, Steuerhinterziehung und betrügerische Krida vorgeworfen. Dabei kamen auch nicht bezahlte Rechnungen zur Sprache.

Begonnen wurde mit der Fortsetzung der Befragung jenes Zeugen, der am Vortag Hannes Kartnig bezüglich der Schwarzeinnahmen schwer belastet hatte. Das ehemalige Vorstandsmitglied gab an, er habe 2003 eine Bilanz mit einem "uneingeschränkten Prüfungsvermerk" gesehen, was für ihn "eine Riesenüberraschung" war. Seiner Meinung nach sei der Club damals bereits gefährdet gewesen und habe sich in einer "gewaltigen Verlustphase" befunden.

Als Zeuge war auch ein Vertreter des ORF geladen, der die Miete für eine Übertragungsanlage in der Höhe von rund 70.000 Euro nicht bekommen hatte. Ein kleiner Teil wurde aus der Konkursmasse bezahlt, auf den Rest verzichtet man offenbar, denn der ORF schloss sich dem Verfahren nicht als Privatbeteiligter an - obwohl Kartnig sogar nach eigenen Angaben durchaus noch über Vermögen verfügt.

Der Inhaber einer Werbeagentur gab an, er habe das Geld für Inserate, Kartendesign oder Plakatentwürfe nie bekommen. Kartnig-Verteidiger Michael Pacher gab zu bedenken, dass der Zeuge auch das Plakat entworfen habe, auf dem Sturm eindringlich um Spenden für den Verein bat. "Helft Sturm!" war da großflächig zu lesen. "Dann müssten Sie gewusst haben, dass es dem Verein nicht gut geht", so die Schlussfolgerung des Verteidigers. Der Zeuge hatte immer angegeben, er habe nie etwas von der Zahlungsunfähigkeit des Fußballclubs geahnt.

Die Verhandlung wird morgen, Donnerstag, um 9.00 Uhr mit der Befragung der früheren Sekretärin, die unter anderem für die Einnahmen durch die Eintrittskarten verantwortlich war, fortgesetzt.

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