vergrößernverkleinern
Ried jubelt, Rapid am Boden © APA (rubra)

Nach den Niederlagen in der Fußball-Meisterschaft gegen Salzburg und am Mittwochabend im ÖFB-Cup-Halbfinale auswärts gegen

Nach den Niederlagen in der Fußball-Meisterschaft gegen Salzburg und am Mittwochabend im ÖFB-Cup-Halbfinale auswärts gegen Ried (jeweils 1:2) läuft Rapid Wien Gefahr, einen Europacup-Startplatz für die kommende Saison zu verpassen. Ried hat hingegen große Chancen, ab Sommer im internationalen Geschäft vertreten zu sein, gehen sie doch als Favorit ins Cup-Finale am 29. Mai gegen Austria Lustenau.

"Zusammen ins Finale" hatten die Rapid-Fans vor der Partie als Motto ausgegeben. Und die Gäste aus Hütteldorf waren vor der Pause auch tonangebend, gingen durch den Ex-Rieder Hamdi Salihi verdient in Führung. Mit Fortdauer der zweiten Hälfte wendete sich allerdings das Blatt. "Ich weiß nicht, warum wir zum Fußballspielen aufgehört haben. Die Niederlage ist sehr, sehr bitter", ärgerte sich Rapid-Trainer Zoran Barisic, der mit dem Ausscheiden wohl auch die letzte Chance verpasste, zu einer Rapid-Dauerlösung zu werden.

Insgesamt habe seiner Mannschaft vor allem nach der Pause die Durchschlagskraft im Spiel nach vorne gefehlt. "Das Spiel in der Tiefe hat nicht mehr so funktioniert, wie in der ersten Hälfte", sagte der Rapid-Coach. "Wir haben zwei dumme Tore kassiert, da haben alle geschlafen", meinte Goalie Helge Payer, der dabei selbst auch schlecht aussah. Zeit zum Trübsal blasen bleibt für Payer und Co. aber nicht, bereits am Samstag geht es in der Meisterschaft mit dem Auswärtsspiel in Kapfenberg weiter. "So ein Spiel muss man erst einmal wegstecken", war sich Barisic der schwierigen Situation bewusst.

Fünf Runden vor Schluss fehlen dem Tabellenfünften zwei Punkte auf Rang drei, der zum Start in der Europa-League-Qualifikation berechtigt. Unter Umständen könnte auch Platz vier in der Endabrechnung für das internationale Geschäft reichen, sollten die Rieder den Cup gewinnen und in der Meisterschaft gleichzeitig unter den Top-Drei landen. 2006 waren die damals fünftplatzierten Hütteldorfer zuletzt an einem Europacup-Platz vorbeigeschrammt.

Die Rieder haben demgegenüber noch immer die doppelte Chance und rechnen nun auch fix damit zumindest eine davon zu nützen. "Jetzt müssen wir Cupsieger werden, und das werden wir auch", tönte Abwehrspieler Mark Prettenthaler. Jeder habe sich zerrissen, gekratzt und gekämpft. "Im Endeffekt hat man gesehen, was dann dabei herauskommt", fügte der Ex-Grazer hinzu.

Die Rieder waren aus dem Spiel heraus nicht so gefährlich, konnten sich aber auf ihre von Stefan Lexa getretenen Standardsituationen verlassen. Hammerer lenkte einen Freistoß am langen Eck stehend akrobatisch ins Tor, Glasner verlängerte einen Direktcorner noch leicht mit dem Kopf. "Wir haben gespielt, waren in den Zweikämpfen, gut bei Standards und haben aufgrund der zweiten Hälfte verdient gewonnen", resümierte der zweifache Assistgeber Lexa.

Die Rieder haben damit am 29. Mai die Chance, nach 1998 (3:1 gegen Sturm Graz) den Cup zum zweiten Mal ins Innviertel zu holen. "Der Kampfgeist der Mannschaft hat den Erfolg möglich gemacht. Es ist ein großer, ein historischer Erfolg", betonte Coach Paul Gludovatz, für den es einfach schön ist, im Finale zu stehen.

Nach Stand Donnerstagmittag wird das Endspiel plangemäß im Wiener Ernst-Happel-Stadion ausgetragen. Es liefen allerdings Verhandlungen bezüglich eines möglichen anderen Austragungsortes. Da in Innsbruck an dem Wochenende im Tivoli-Stadion eventuell Football (Eurobowl-Halbfinale) gespielt wird, scheidet das Stadion aus. Damit bleibt neben Wien nur mehr Salzburg übrig. "Wir sind ganz offen. Ich verstehe die Bedenken des ÖFB. Mit einem Cupfinale Ried gegen Lustenau hat man nicht rechnen können, so ehrlich muss man sein", sagte Ried-Manager Stefan Reiter. Eine Entscheidung sollte jedenfalls noch am Donnerstag folgen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel