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Vom Westen Wiens in den Osten Deutschlands © APA (epa)

Peter Pacult ist am Donnerstag als neuer Hoffnungsträger von RB Leipzig vorgestellt worden. Der von Rapid im Zwist geschiedene

Peter Pacult ist am Donnerstag als neuer Hoffnungsträger von RB Leipzig vorgestellt worden. Der von Rapid im Zwist geschiedene 51-Jährige sprach von einer "sportlich hoch interessanten Aufgabe", die beim deutschen Fußball-Regionalligisten (vierte Liga) auf ihn warten würde. Pacult unterschrieb beim ostdeutschen Red-Bull-Ableger einen Zweijahresvertrag, der ab Sommer in Kraft tritt.

Bis Saisonende wird noch Tomas Oral die Leipziger betreuen. Ihm war zum Verhängnis geworden, dass RasenBall in dieser Saison den Durchmarsch in die dritte Liga verpasst hat. Unter Pacult soll dies nun gelingen. Dabei rief der Ex-Internationale auch in Erinnerung, dass er vor seinem Rapid-Engagement von 2005 bis 2006 mehrere Monate mit Dynamo Dresden bereits einen Ost-Club betreut hatte.

"Ich weiß um die großen Ziele, die Red Bull hier hat und hoffe, dass ich sie erfüllen kann. Hier kommt kein Greenhorn her", erklärte ein im Wiener Dialekt parlierender Pacult, der sich unmittelbar nach dem Medientermin wieder nach Wien verabschiedete. In Österreich ist weiter offen, ob Pacult nach seiner fristlosen Kündigung bei Rapid noch vor Gericht zieht. Derzeit weilt sein Anwalt auf Urlaub, bei seinem Ex-Club darf man sich hingegen im Recht sehen.

Pacult hatte schließlich immer betont, dass es sich bei einem Treffen mit Dietrich Mateschitz im April bei einem Wiener Nobelheurigen nur um eine Weinverkostung gehandelt habe. Mateschitz, der den medial oft grantelnden Ex-Stürmer schätzt, setzte Pacult in Leipzig schließlich offenbar entgegen den Wünschen von Thomas Linke ein. Leipzigs bisheriger Sportdirektor trat daraufhin am Mittwochabend "aus persönlichen Gründen" eine Stunde vor der offiziellen Bestellung Pacults zurück.

In der Messestadt wird Pacult jedenfalls alles ermöglicht, um den Aufstieg zu schaffen. Er darf sein eigenes Trainerteam mitbringen, als Co wird Tom Stohn, sein Ex-Co-Trainer bei Dynamo Dresden, fungieren.

Teils heftig waren die Reaktionen auf Pacults Bestellung in den Lokalblättern. Frühere Dynamo-Kicker bezeichneten den Wiener in diversen Zeitungen zwar als fachkundig, aber "menschlich eine Katastrophe". Eine Behauptung, die der Trainer so nicht stehen lassen wollte. "Vor mir muss sich kein Spieler ducken oder verstecken. Aber man muss mir zugestehen, dass ich zwischen dem Menschlichen und Sportlichen unterscheide und natürlich mehr auf das Sportliche schaue."

Der auch in Österreich mit einigen Medien auf Kriegsfuß stehende Pacult äußerte zum Abschluss der Pressekonferenz deshalb gleich einen Wunsch: "Jeder soll sich ein eigenes Bild von mir machen und nicht das mitnehmen, was in Österreich über mich geschrieben wird. Man sollte jedem Trainer die Chance geben, fair aufgenommen zu werden."

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