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Karl Daxbacher: "97 Prozent reichen eben nicht" © APA (Pfarrhofer)

Die Austria und der LASK stehen am Samstag (16.00 Uhr) in der 32. Runde der Fußball-Bundesliga unter Zugzwang. Die Wiener

Die Austria und der LASK stehen am Samstag (16.00 Uhr) in der 32. Runde der Fußball-Bundesliga unter Zugzwang. Die Wiener brauchen in der heimischen Generali-Arena drei Punkte, um den Negativlauf zu stoppen und Spitzenreiter Sturm Graz nicht aus den Augen zu verlieren. Für die Linzer lebt die ohnehin sehr kleine Chance des Klassenerhalts nur im Falle einer Überraschung.

Nach fünf Pflichtspielen ohne Sieg hat Austria-Trainer Karl Daxbacher bei der Ursachenforschung für sich selbst relativ klare Antworten gefunden. "Wir sind in eine nicht mutwillig gestellte Falle getappt. Uns wurde ständig Honig ums Maul geschmiert, und wir haben uns dann in gewissem Maß überschätzt. 97 Prozent reichen eben nicht. Als wir die Lage erkannt haben, hat dann das Nervenkostüm eine Rolle gespielt", analysierte Daxbacher, dessen Schützlinge in den vergangenen Partien individuelle Fehler am Fließband abgeliefert haben.

Mit intensivem Videostudium wurde in der laufenden Woche versucht, den Spielern ihr Fehlverhalten aufzuzeigen und es zu bekämpfen. Ein spezielles Mentaltraining gab es trotz der jüngsten Darbietungen nicht, das sei jedoch laut Daxbacher für die Zukunft eine Option. Aktuell kennt Daxbacher nur ein Rezept, um wieder bessere Resultate abzuliefern. "Das geht nur mit Kampfgeist. Wir müssen gegen den LASK fighten und drei Punkte holen", forderte der Niederösterreicher vor dem Duell mit seinem Ex-Club.

Eine Trainerdiskussion will man in Wien-Favoriten unbedingt vermeiden. Auf die Frage, was im Falle einer Enttäuschung gegen den LASK passieren würde, antwortete Sportvorstand Thomas Parits: "Ich bin überzeugt, dass wir die Kurve kriegen und gewinnen. Die Mannschaft wird ihr wahres Gesicht zeigen. Deshalb gibt es keinen Plan B, im Hintergrund gibt es keine Überlegungen." Im Kampf gegen die Wertung der 2:4-Auswärtsniederlage in Wiener Neustadt warten die Austrianer auf das Urteil des Protestkomitees. Als möglichen Spieltermin für eine eventuelle Neuaustragung nannte Wirtschafts-Vorstand Markus Kraetschmer den 17. oder 18. Mai.

Mit Walter Schachner haben beim abgeschlagenen Schlusslicht aus Linz Ordnung, Disziplin und Kompaktheit Einzug gehalten. "Wir haben eine gewisse Stabilität erlangt", meinte der Cheftrainer angesichts beachtlicher Leistungen in den jüngsten Wochen gegen die Europacup-Aspiranten Sturm (1:1), Rapid (0:0), Salzburg (1:1, 1:0) oder Ried (1:1). Unter Schachner ist der LASK auswärts noch unbesiegt. Der Steirer weiß, dass die Chance, Mattersburg noch abzufangen, dennoch sehr gering ist.

Schachner versprach aber auch für den Auftritt in Wien: "Wir geben alles, um es doch noch zu schaffen. Wir wollen uns auch gegen die Austria so teuer wie möglich verkaufen. Jeder ist verpflichtet, die bestmögliche Leistung zu zeigen." Schließlich gehe es für jeden einzelnen auch um die Zukunft, sprich um Arbeitsplatz und Vertrag. "Denn das Leben wird auch nach dem 25. Mai (letzte Runde, Anm.) weitergehen."

Sein ehemaliger Kurzzeit-Arbeitgeber Austria (Juni bis Oktober 2002) ist für Schachner derzeit "schwer einzustufen und unberechenbar". "Vor einigen Wochen war ich mir noch sicher, dass sie Meister werden. Weil sie den besten Fußball gespielt haben. Trotz der jüngsten Probleme kann die Austria aber von heute auf morgen wieder eine Topleistung bringen", erklärte Schachner.

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