vergrößernverkleinern
Stranzl (l.) mit Gladbach auf Aufholjagd © APA (epa)

Endspielstimmung im Tabellenkeller der deutschen Bundesliga: Sieben Vereine müssen in der vorletzten Runde noch um den Verbleib

Endspielstimmung im Tabellenkeller der deutschen Bundesliga: Sieben Vereine müssen in der vorletzten Runde noch um den Verbleib auf der großen Fußball-Bühne kämpfen, für zwei davon könnte am Samstag schon der Vorhang fallen. Trotz der bedrohlichen Lage mahnte Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre zur Ruhe: "Angst ist fehl am Platz."

"Das wird möglicherweise ein Geduldsspiel, bei dem wir im entscheidenden Moment zuschlagen müssen", sagte der Coach des Tabellenvorletzten (32 Punkte), bei dem Martin Stranzl in der Innenverteidigung gesetzt ist, mit Blick auf das Spiel gegen den SC Freiburg. Bei einer Heimniederlage wäre die Aufholjagd mit zuletzt drei Siegen in fünf Partien jäh beendet, wenn Eintracht Frankfurt (34) gegen den 1. FC Köln (38) punktet.

Auch für Schlusslicht FC St. Pauli (29) kann der letzte Auftritt von Trainer Holger Stanislawski vor heimischem Publikum in doppelter Hinsicht zum Trauerspiel werden. Neben dem Trennungsschmerz drohen zusätzliche Tränen durch den Abstieg. Gewinnt der FC Bayern München - selbst wegen der Champions-League-Qualifikation unter Druck - ist für die Hamburger der fünfte Bundesliga-Abstieg besiegelt.

Selbst ein Sieg gegen den Rekordmeister ist aber schon zu wenig, wenn Frankfurt drei Punkte holt und der VfL Wolfsburg (35) gegen den 1. FC Kaiserslautern (40/Erwin Hoffer wohl in der Startformation) nicht verliert. Das einzige Auswärtsspiel eines Kellerkinds, die Partie der Kölner bei der Eintracht, wird in vielerlei Hinsicht zum Zünglein an der Waage. Die "Geißböcke" könnten sich mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison selbst beschenken und Frankfurt den Glauben an eine Rettung nehmen.

"Ich gehe davon aus, dass jeder weiß, worum es geht. Das Spiel gegen Köln ist praktisch unsere letzte Chance", sagte Eintracht-Coach Christoph Daum. Der Ex-Kölner wartet beim Tabellen-16. noch immer auf den ersten Sieg, sieht die Situation seiner alten Liebe Köln aber als Vorteil: "Das Gute ist, dass der FC in meinen Augen schon gerettet ist. Dadurch ist die große Brisanz aus dem Spiel herausgenommen", erklärte Daum.

Gefühlt ist auch der VfB Stuttgart (39) schon durch, ein Sieg gegen den Tabellenvierten Hannover 96 soll die letzten Zweifel beseitigen. "Wir haben es in unserer Hand", sagte Schwaben-Trainer Bruno Labbadia, dessen Angreifer Martin Harnik auf seinen ÖFB-Teamkollegen Emanuel Pogatetz trifft. Die Niedersachsen spekulieren dagegen noch auf einen Patzer des FC Bayern und die Rückkehr auf Rang drei.

Ganz andere Sorgen hat Werder Bremen (38). Gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund wäre ein Erfolg in zweierlei Hinsicht wichtig: Zum einen kann die Mannschaft so den Ligaverbleib sichern, zum anderen den drohenden Negativ-Rekord verhindern. Acht Heimspiele in Serie nicht zu gewinnen, das passierte Bremen (Sebastian Prödl verletzt, Marko Arnautovic wohl Ersatz) noch nie.

Der FSV Mainz 05 könnte mit Christian Fuchs und Andreas Ivanschitz bei einem Auswärtssieg gegen den unterlegenen Champions-League-Semifinalisten Schalke 04 das Ticket für die Europa League buchen. Einziger verbliebener Konkurrent ist der fünf Punkte zurückliegende 1. FC Nürnberg, der ohne Rubin Okotie 1899 Hoffenheim (David Alaba, Andreas Ibertsberger) empfängt.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel