vergrößernverkleinern
Franco Foda: "Man könnte Meister werden" © APA (Oczeret)

Sturm Graz will auf dem Weg zum dritten Meistertitel der Vereinsgeschichte auch bei Cup-Schreck Ried bestehen. Die Innviertler

Sturm Graz will auf dem Weg zum dritten Meistertitel der Vereinsgeschichte auch bei Cup-Schreck Ried bestehen. Die Innviertler empfangen den Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga am Sonntag (16.00 Uhr/live Sky und ORF eins) zum Jubiläumsspiel. Im 500. Liga-Auftritt der SV wollen die Grazer aber nicht als punktloser Gratulant wieder den Weg in die Steiermark antreten.

"Wenn man fünf Spieltage vor Schluss vier Punkte vorne ist, dann möchte man natürlich Meister werden", betonte Franco Foda erst Donnerstagabend bei seiner Wahl zum steirischen Trainer des Jahres. Nun vier Punkte vor der Austria und fünf vor Meister Salzburg liegend, hievten sich die Grazer mit einem 5:0 gegen Kapfenberg und einem 4:0 gegen Mattersburg in überzeugender Manier an die Spitze.

"Wir wollen so weiterspielen wie in den letzten beiden Spielen. Da haben wir viel Selbstvertrauen getankt", meinte Foda vor der Reise nach Oberösterreich. Die Meisterschaft sieht der Deutsche trotz des kleinen Polsters seiner Mannschaft bis zum Ende offen: "Ich glaube noch immer, dass die Entscheidung am letzten Spieltag fällt."

In Ried haben die "Blackies" eine zwiespältige Bilanz aufzuweisen. Zwar hat Sturm die jüngsten drei Liga-Spiele in der Keine Sorgen Arena allesamt für sich entschieden, im Viertelfinale des ÖFB-Cups setzte es für den am 29. Mai entthronten Titelverteidiger aber eine 1:2-Pleite. Eine Divergenz, die auch bezeichnend für das Frühjahr des Winterkönigs aus Oberösterreich ist.

Während im Cup Sturm und Rapid ausgeschaltet wurden, läuft es in der Meisterschaft trotz nur sechs Zählern Rückstand auf Sturm alles andere als optimal. Nur zwei Liga-Siege stehen im Jahr 2011 zu Buche, trotz starker Auftritte vor allem gegen die Top-Teams gab es immer wieder Ausrutscher gegen Nachzügler. Trotzdem haben die zu Hause neun Spiele ungeschlagenen Rieder als einziger Bundesliga-Club sogar noch Chancen auf das Double.

"Es wäre vermessen, das zu diesem Zeitpunkt zu bemühen", wiegelte Trainer Paul Gludovatz diesbezügliche Überlegungen ab. Selbst das Erreichen des Europacup-Startplatzes sei noch eine schwierige Aufgabe. "Wir haben noch nichts erreicht, könnten letztlich mit leeren Händen dastehen." Deshalb sei es auch unbedingt notwendig, in der Meisterschaft mit vollem Einsatz zu spielen. Geschont werden soll auch im dicht gestaffelten Programm niemand.

"Wir sind mental gut drauf und physisch hat sich gezeigt, dass wir uns vor englischen Wochen nicht fürchten müssen", erklärte Gludovatz. Ausfallen wird gegen Sturm der erkrankte Florian Mader, auch Martin Stocklasa fehlt aufgrund einer Wadenverletzung. Sturm - laut Gludovatz nun der Topfavorit auf die Meisterschaft - kommt im Unterschied zu Ried auch regeneriert ins Innviertel. "Jedes gut trainierte Team ist in der Lage, zweimal pro Woche zu spielen", wiegelte Foda jedoch ab. Die etwas längere Pause sei für Sturm sicher kein Vorteil.

Das 500. Liga-Spiel in der höchsten Spielklasse wird in Ried mit jener Mannschaft gefeiert werden, die am 2. August 1995 Rapid sensationell mit 2:1 besiegte. Von damals ist im aktuellen Kader mit Kapitän Oliver Glasner noch ein einziger Profi dabei. "Jeder hat uns damals prophezeit, dass wir sowieso gleich wieder absteigen. Und jetzt spielen wir schon die 14. Saison in der höchsten Spielklasse. Wir haben alle Experten eines Besseren belehrt", meinte das Urgestein.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel