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Jubelnde Braga-Fans nach Final-Einzug © APA (epa)

Dublin wird am 18. Mai nicht nur das erste rein portugiesische Fußball-Europacup-Finale, sondern auch ein Lokalderby erleben.

Dublin wird am 18. Mai nicht nur das erste rein portugiesische Fußball-Europacup-Finale, sondern auch ein Lokalderby erleben. Denn die Heimstätten des FC Porto und des großen Außenseiters Sporting Braga trennen in der Weinregion am Douro nicht einmal 50 Kilometer.

Bragas Trainer Domingos Paciencia wischte sich nach dem Aufstieg gegen die Landsleute von Benfica Lissabon vor laufenden TV-Kameras die Tränen vom Gesicht und sagte: "Ich bin stolz und glücklich."

"Imponierend!", titelte am Freitag das Sportblatt "O Jogo". Den Coup, ein Europa-Finale unter sich entscheiden zu dürfen, hatten bisher nur die vier Fußball-"Granden" England, Deutschland, Spanien und Italien geschafft. "Das ist erstaunlich. Wir alle sollten die Lehren daraus ziehen", sagte Ex-Nationalstürmer und Liga-Chef Fernando Gomes auch in Richtung der Politiker. Das Armenhaus Südwesteuropas steht nämlich finanziell am Abgrund, die Portugiesen müssen in den nächsten Jahren den Gürtel enger schnallen und sparen.

Portugals Landesmeister FC Porto tat am Donnerstag das 2:3 im Halbfinal-Rückspiel beim spanischen Tabellenvierten Villarreal dank des 5:1-Hinspiel-Erfolges nicht mehr weh. Mit seinem 16. Tor zum zwischenzeitlichen 2:1 löschte Radamel Falcao den Rekord von Jürgen Klinsmann aus. Der deutsche Ex-Bundestrainer hatte in der Saison 1995/96 im UEFA-Cup für Bayern München 15 Mal ins Schwarze getroffen.

Falcao hatte bereits im Hinspiel als vierfacher Schütze geglänzt. "Wir sind so happy, aber feiern werden wir erst in Dublin", versicherte der 25-Jährige. Die "Drachen" um den jungen Starcoach Andre Villas-Boas, daheim schon als "neuer Jose Mourinho" gefeiert, wollen nun nach den Champions-League-Erfolgen 1987 und 2004 sowie dem UEFA-Cup-Gewinn 2003 den vierten Kontinentaltitel holen.

Provinzclub Braga erlebt die erfolgreichsten Tage der Vereinsgeschichte. "Wenn wir schon im Finale sind, dann wollen wir auch den Titel gewinnen", so Coach Paciencia. Vor 28.000 Zuschauern im Estadio Municipal zerstörte Braga mit einem Kopfballtor von Custodio (28.) die Hoffnung von Benfica auf das erstmalige Erreichen eines Europacup-Finales seit 21 Jahren. Das Team, das zuvor schon u.a. Liverpool und Dynamo Kiew ausgeschaltet hatte, erwies sich auch gegen Benfica als kompakte und defensivstarke Einheit.

Mit einem Saisonetat von nur 17 Millionen Euro zählt Braga im internationalen Vergleich nur zu den "grauen Mäusen". Zudem hat der Verein außer dem Cupsieg 1966 in seiner 90-jährigen Geschichte noch keinen Titel verbucht. Auch deshalb feierten die Menschen in der sonst verschlafenen 155.000-Einwohner-Stadt bis in den frühen Freitagmorgen. Stars des "No Name"-Teams sind die in Europa noch unbekannten Alan, Hugo Viana und Artur Moraes. Torschütze Custodio war im Sommer für 100.000 Euro aus Guimaraes gekommen.

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