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Die Hütteldorfer kommen nicht in Schwung © APA (Pfarrhofer)

Eine Teilnahme am Fußball-Europacup rückt für den SK Rapid in immer weitere Ferne. Nach dem enttäuschenden 0:0 am Mittwoch im

Eine Teilnahme am Fußball-Europacup rückt für den SK Rapid in immer weitere Ferne. Nach dem enttäuschenden 0:0 am Mittwoch im Hanappi-Stadion gegen den SV Mattersburg fehlen den Hütteldorfern drei Runden vor Schluss schon fünf Punkte auf den von der Austria gehaltenen dritten Platz, der einen Startplatz in der Europa-League-Qualifikation garantiert.

Trotz der tristen Situation flüchtet man sich im Westen Wiens in Zweckoptimismus. "Die Saison ist bis jetzt für uns im Eimer. Aber wir können sie noch retten, wenn wir die letzten drei Spiele gewinnen", sagte Goalie Helge Payer nach dem vierten sieglosen Pflichtspiel in Folge.

Zoran Barisic stimmte in die Durchhalteparolen mit ein: "Es sind noch neun Punkte zu vergeben. Wenn sich das Blatt wendet, ist noch alles möglich." Die Negativserie ist für den Interimstrainer leicht erklärt. "In den letzten vier Partien war das Spielglück nicht auf unserer Seite, hoffentlich ändert sich das in den nächsten drei Spielen."

Dazu bedarf es aber auch einer Steigerung im mentalen Bereich. "In unserer Situation spielen natürlich auch die Nerven mit. Vielleicht hat bei der einen oder anderen Szene die innere Ruhe gefehlt. Schon Ernst Happel hat gesagt: 'Ein Fußballer besteht zu 20 Prozent aus Talent und zu 80 Prozent aus Hirn oder Psyche'", meinte Barisic.

Dass es möglicherweise an Qualität mangelt, wollte der 40-Jährige nicht geltenlassen. "Man kann das auslegen als fehlende Klasse, ich sage aber, es ist das fehlende Glück." Bei einem schnellen Treffer wäre gegen die äußerst defensiv eingestellten Mattersburger alles anders verlaufen. "Mit einem Tor hätten wir uns das Leben leichter gemacht. So hat sich die Mannschaft für den Aufwand, den sie betrieben hat, nicht selbst belohnt. Aber ich kann den Spielern keinen Vorwurf machen, sie haben alles versucht", betonte Barisic, dessen Nachfolger, der Peter Schöttel heißen dürfte, wohl erst in der kommenden Woche präsentiert wird.

Im Gegensatz zu Barisic werden Walter Kogler und Paul Gludovatz auch in der kommenden Bundesliga-Saison als Cheftrainer im Einsatz sein - womit weitere verbale Scharmützel zwischen dem Wacker-Innsbruck- und dem Ried-Coach vorprogrammiert scheinen. Das Duo geriet beim turbulenten 1:1 mit drei Ausschlüssen am Tivoli neu aneinander, nachdem Kogler eine Anspielung auf Gludovatz' fehlende Erfahrung als Profi-Kicker gemacht hatte.

"Wenn ein gegnerischer Trainer die fußballerische Vergangenheit zu vergleichen hat, zeugt das von schlechtem Stil. Stimmt, Kogler war im A-Team und ich nicht", zürnte Gludowatz und legte nach: "Dabei hat der 'Rotzbua' bei mir die Trainerprüfung abgelegt." Kogler hingegen lächelte ob des Disputs und schilderte seine Sicht des Duells zwischen den beiden Trainerbänken. "Gludovatz erregte sich bei einer Szene und sagte zu mir: 'Du weißt ja, wie das mit Nachtreten ist.' Das war einfach ein aufgelegter Ball, den ich zurücksmashen musste. Ich sagte nur: 'Stimmt, ich habe ja einmal Fußball gespielt.'"

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