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Frankfurt muss auf fremde Hilfe hoffen © APA (dpa)

Die letzte Runde der deutschen Fußball-Bundesliga wird ein Tag von Entscheidungen und Gegensätzen. Während Borussia Dortmund

Die letzte Runde der deutschen Fußball-Bundesliga wird ein Tag von Entscheidungen und Gegensätzen. Während Borussia Dortmund am Samstag zur großen Meisterfeier lädt, ringen der VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt im Abstiegs-Drama um den Klassverbleib. Noch eine Zitterpartie steht Bayer Leverkusen beim SC Freiburg bevor.

Die Werkself muss einen Punkt holen, um die fixe Champions-League-Teilnahme und die fünfte Vizemeisterschaft perfekt zu machen und gleichzeitig Bayern München auf Platz drei zu verweisen. "Wir wollen noch einmal eine Vollgasveranstaltung erleben. Ich möchte, dass diese tolle Saison ohne Makel zu Ende geht", kündigte BVB-Trainer Jürgen Klopp vor dem Spiel gegen den Tabellenvorletzten aus Frankfurt an, dem der vierte Abstieg aus Liga eins droht.

Wenn BVB-Kapitän Roman Weidenfeller am Samstag gegen 17.20 Uhr die Meisterschale in die Höhe recken wird und die große Party mit rund 150.000 Fans in der Stadt beginnt, werden die Hessen entweder mitfeiern oder trauern. Aus eigener Kraft können sie den Abstieg nicht mehr vermeiden, müssen ängstlich nach Hamburg und Hoffenheim blicken, wo die beiden anderen Abstiegskandidaten um den Klassenverbleib kämpfen.

Gewinnen die Wolfsburger bei 1899 Hoffenheim (mit David Alaba, Andreas Ibertsberger wohl auf der Bank) und Mönchengladbach (mit Martin Stranzl) beim Hamburger SV, muss Frankfurt wie St. Pauli in die 2. Liga. Die Gladbacher müssten in diesem Fall in die Relegation, weil Wolfsburg die wesentlich bessere Tordifferenz hat (minus 7 zu minus 17).

Spannend wird es auch im Fernduell zwischen Bayer und Bayern um Platz zwei. "Wir sind seit langer Zeit Zweiter und werden das auch nach dem 34. Spieltag sein", meinte der zu Bayern München wechselnde Bayer-Trainer Jupp Heynckes. Paradox ist, dass er und sein Freiburger Kollege Robin Dutt - Heynckes' Nachfolger am Rhein - von Pleiten ihrer jetzigen Teams selber profitieren würden: Denn der direkte Weg in die Champions League führt über Rang zwei. "Schon allein die Frage, ob es einen Interessenskonflikt gibt, empfinde ich als respektlos", wies Dutt jegliche Spekulationen entschieden zurück.

Bayern München, das den VfB Stuttgart (mit Martin Harnik) erwartet, setzt darauf, dass die Leverkusener zuletzt in entscheidenden Situationen oft die Nerven verloren. Ohne Druck gehen Hannover 96 (mit Emanuel Pogatetz) gegen den 1. FC Nürnberg (ohne Rubin Okotie) und der FSV Mainz 05 (mit Andreas Ivanschitz, ohne den erkrankten Christian Fuchs) gegen St. Pauli in das Saisonfinale: Beide Teams überraschten und zogen in die Europa League ein. Für die Mainzer ist es der letzte Auftritt im Stadion am Bruchweg, ab kommender Saison spielen sie in der neuen Coface-Arena. Am Betzenberg könnte es in der Partie Kaiserslautern - Werder Bremen zu einem Stürmer-Duell zwischen Erwin Hoffer und Marko Arnautovic kommen.

Ein Gewinn wird die 48. Bundesliga-Saison auf jeden Fall für die Schatzmeister der 18 Clubs: Erstmals in der Geschichte könnte am Samstag die 13-Millionen-Zuschauer-Marke übertroffen werden. In der vergangenen Saison waren 12.990.967 Fans in die Stadien gekommen.

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