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Sieben Verträge laufen aus © APA (Krugfoto)

Die kommenden Wochen sind entscheidend - nicht nur im Titelrennen der Fußball-Bundesliga. Für Meister Red Bull Salzburg geht es

Die kommenden Wochen sind entscheidend - nicht nur im Titelrennen der Fußball-Bundesliga. Für Meister Red Bull Salzburg geht es unter dem zurückgekehrten Sportdirektor Heinz Hochhauser auch um die Mannschaft für die kommende Saison. Sieben Verträge laufen aus, der eine oder andere dürfte verlängert werden - unabhängig von einer möglichen Teilnahme an der Qualifikation für die Champions League.

Den "Rucksack" Königsklasse, wie er ihn selbst bezeichnet hatte, hatte Hochhauser dem Trainerteam Ricardo Moniz/Niko Kovac bereits bei seiner Bestellung am Montag abgenommen. Moniz hatte zuletzt nach dem 4:2 gegen Kapfenberg und einer schwachen zweiten Hälfte die fehlende "Hierarchie" im Team kritisiert. Neue Führungsspieler für die kommende Saison forderte der Niederländer deshalb nicht. Es sei möglich, diese auch in der eigenen Mannschaft zu finden.

Der Deutsche Simon Cziommer etwa ist einer der Kandidaten. Die Zukunft des 30-jährigen Mittelfeldspielers ist allerdings unklar, sein Kontrakt läuft mit Saisonende aus. Hochhauser hat für diese und nächste Woche Gespräche angekündigt. Keinen Vertrag für 2012 haben neben Cziommer die Torhüter Gerhard Tremmel und Wolfgang Schober, die Verteidiger Laszlo Bodnar, Rabiu Afolabi und Milan Dudic sowie der Schweizer Offensivspieler Johan Vonlanthen.

Von den Red Bull Juniors sollen weitere vier Spieler in den A-Kader aufrücken. Zuletzt waren bereits die Youngster Martin Hinteregger, Stefan Hierländer, Georg Teigl und Daniel Offenbacher mehr oder weniger regelmäßig zum Einsatz gekommen. "Die Entwicklung kann nicht von einem Tag auf den anderen funktionieren. Mit so vielen jungen Spielern hast du immer das Risiko, dass du anfällig bist", meinte Moniz, der zur neuen Linie steht.

"Ein junger Spieler schafft es aber nie ohne einen alten", erinnerte Cziommer. Für die Entwicklung der jungen Talente - die Strategie des Getränkekonzerns in Salzburg, während das langfristige Hauptaugenmerk auf Leipzig gelegt wird - wären also auch einige routinierte Sprachführer zum Anhalten hilfreich. "Wir haben die Spieler, die gewisse Dinge ansprechen", meinte Cziommer. "Es ist aber schwer, wenn es nur einen oder zwei davon gibt."

Im Vergleich zur Meistersaison des Vorjahres habe sich das Gefüge nicht großartig verändert. Marc Janko oder Somen Tchoyi seien zwar Leistungsträger gewesen, hätten auf dem Platz aber ebenfalls nicht sehr viel gesprochen. Cziommer, der zuletzt mit einem Traumtor und einem Assist gegen Kapfenberg überzeugt hatte, würde dem Club gerne erhalten bleiben. "Die Zeit wird aber immer enger", meinte der Regisseur, der seit 2009 für die Bullen spielt.

Die Neuausrichtung des Clubs bewertete der langjährige Niederlande-Legionär positiv. "Das war ein fantastischer Schritt", meinte Cziommer. "Die Spieler sind sehr glücklich darüber - selbst die, die den Verein vielleicht verlassen." Moniz habe nach dem Abgang von Huub Stevens neue Energie gebracht. "Das Training, das wir jetzt absolvieren, ist Fußballtraining."

Vorrangiges Ziel sei eine erfolgreiche Titelverteidigung, zu der am Sonntag (16.00 Uhr) in Mattersburg ein Sieg notwendig sein dürfte. "Ich gehe nur mit einem Titel weg aus Salzburg", betonte Cziommer. "Und ich würde mir auch gerne diesen Rucksack aufschnallen." In der Qualifikation für die Champions League waren die Bullen in den vergangenen fünf Jahren viermal gescheitert.

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