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"Mad Dog" legte Traumsaison hin © APA (dpa)

Die abgelaufene Saison in der deutschen Bundesliga hat durch elf Österreicher mit regelmäßigen Einsätzen auch einen

Die abgelaufene Saison in der deutschen Bundesliga hat durch elf Österreicher mit regelmäßigen Einsätzen auch einen kräftigen rot-weiß-roten Anstrich erhalten. Als Vorzeige-Legionäre etablierten sich Hannover-Innenverteidiger Pogatetz sowie der Mainzer Außenverteidiger Fuchs, die nicht nur tragende Rollen einnahmen, sondern mit ihren Clubs überraschend auch Europa-League-Startplätze eroberten.

Pogatetz (28 Spiele/2.436 Minuten) legte mit Hannover eine echte Traumsaison hin, in der ein Platz in der Champions-League-Qualifikation nur knapp verpasst wurde. Platz vier und die erste Europapokal-Teilnahme seit 19 Jahren entschädigten den Verein aber über Gebühr. Dementsprechend ausgelassen feierte Trainer Mirko Slomka, der nach dem frühen Aus im DFB-Pokal schon vor der Entlassung gestanden war. "Europapokal, Europapokal", schrie der Coach nach dem 3:1 über Nürnberg ins Stadionmikrofon.

"Das ist eine ganz besondere Saison", schwärmte der 53-Jährige. "Das ist sehr emotional." Aus dem Abstiegskandidaten, der sich vor einem Jahr erst am letzten Spieltag hatte retten können, formte er einen Europapokal-Teilnehmer. Erst am Ende der Saison schien dem unerwartet starken Team die Luft auszugehen - ehe man doch jubeln durfte.

Außenverteidiger Fuchs (31/2.646) fehlte im Saisonfinish zwar aufgrund einer Erkrankung, gehörte mit 31 Einsätzen (2.646 Minuten) aber zum Dauerbrenner und Erfolgsgaranten des Tabellenfünften. "Für die Mainzer kommt das gleich nach der Mondlandung", sagte Manager Christian Heidel am Samstag. Stunden später wurde die Mannschaft von 10.000 Fans auf dem Gutenbergplatz gefeiert. Nicht zuletzt dank Fuchs agierte der Club über die Saison gesehen mit beeindruckender Konstanz: Als einziges Team stand der FSV vom ersten bis zum letzten Spieltag unter den besten Fünf der Fußball-Bundesliga.

Die beste Saison der Vereinsgeschichte bescherte den Mainzern 58 Punkte, Platz fünf und zum Umzug in die neue Coface Arena internationalen Fußball - aber auch einen Umbruch, denn in Andre Schürrle und Lewis Holtby verlieren die 05er zwei herausragende Talente. Die als "Boy Group" titulierte Elf wird auseinandergerissen. Als Garant für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Teams steht Trainer Thomas Tuchel. "Was dieser Junge in diesen zwei Jahren in Mainz geleistet hat, ist überragend", rief Heidel den Anhängern zu.

Der mit 37 Jahren immer noch jüngste Coach eines Bundesligisten hat es verstanden, die Vorgaben von Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp zu nutzen und mit seiner Handschrift zu entwickeln. "Die Mannschaft hat Überragendes geleistet. Wir sind immer bei uns geblieben. Ich bin richtig stolz", bekannte Tuchel. Ob der von Bochum ausgeliehene Niederösterreicher Fuchs bleibt, ist noch offen. Heidel erklärte im "Kicker", die Option schon am Montag ziehen zu wollen. Ein Verbleib ist deswegen freilich nicht gesichert, Fuchs selbst hat einen Wechsel nicht ausgeschlossen. "Bei uns liegt jedenfalls kein konkretes Angebot vor", sagte Heidel noch am Freitag.

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