vergrößernverkleinern
Mäzen will auf Jugend setzen © APA (Archiv/Neubauer)

Admira-Präsident und -Gönner Richard Trenkwalder steht mit seinem Club kurz vor dem Aufstieg in die österreichische

Admira-Präsident und -Gönner Richard Trenkwalder steht mit seinem Club kurz vor dem Aufstieg in die österreichische Fußball-Bundesliga. Schon in der vorletzten Runde am Freitag (20.30) könnten die Niederösterreicher - sofern auch Rivale Altach "mitspielt" - im Heimspiel gegen Austria Lustenau die Rückkehr ins Oberhaus perfekt machen.

Im APA-Interview spricht der 63-jährige Chef von Österreichs größtem Zeitarbeits- und Personaldienstleister über die nächsten Zielsetzungen, die Lehren aus seinem zehnjährigen Fußball-Mäzenatentum und die finanzielle Zukunft nach der anstehenden Übernahme Trenkwalders durch den deutschen Investor Droege.

APA: Der Aufstieg scheint der Admira nicht mehr zu nehmen zu sein, oder?

Trenkwalder: "Die Suppe wird immer dicker. Wenn wir am Freitag drüberkommen, dann haben wir berechtige Chancen, das zu schaffen. Es wäre eine wunderschöne Sache. Es ist kein Geheimnis, dass es das Ziel meiner Träume ist, in die Bundesliga zu kommen. Das wäre damit erfüllt. Wir halten uns jetzt vier Jahre in der Ersten Liga auf. Das würde reichen, wir hätten uns den Aufstieg verdient."

APA: Wie sieht die Bilanz Ihrer zehnjährigen Tätigkeit im Fußball aus?

Trenkwalder: "Es ist schwer abzuschätzen, eine eigene Geschichte. Wenn man hineingezogen wird, dann entwickelt sich eine eigene Leidenschaft. Freud und Leid sind gemischt. Und das ist auch die Faszination dieser Geschichte."

APA: Haben Sie je Rückzugsgedanken gehegt?

Trenkwalder: "Natürlich in schwierigen Fußballzeiten. Wie im vorigen Jahr. 13 Minuten vor Schluss waren wir noch Meister, dann schießt Innsbruck ein Tor. Das waren sehr, sehr bittere Minuten. Aber wir haben uns neu gesammelt. Mit einem viel geringeren Budget. Trotzdem sind wir jetzt vorne. Da ist es umso schöner."

APA: Wie schauen die personellen Planungen für den Fall des Aufstiegs aus?

Trenkwalder: "Wir haben eher jüngere Spieler mit Potenzial und Ehrgeiz im Fadenkreuz, keine älteren Herren. Wenn man noch dazu einen erwischen würde wie den Jezek, einen junggebliebenen 34-Jährigen mit dieser Qualität, den würden wir natürlich nehmen. Aber die sind rar gesät."

APA: Sollte der Aufstieg gelingen, lechzen Sie nach mehr?

Trenkwalder: "In der Bundesliga können Ried oder Wiener Neustadt vorne mitspielen. Dann sage ich mir, wenn wir mit der Admira so weiter tun, dass wir die Ausbildung in der Akademie, die sehr gut läuft, weiter hochhalten können, dann werden wir in der Lage sein, unter den ersten Vier, Fünf mitzuspielen. Das wird nicht gleich passieren, aber es ist unser nächstes Ziel für die kommenden zwei, drei Jahre. Ich glaube, das ist nicht so vermessen."

APA: Die Admira ist stolz auf ihre Akademie. Sie haben in der Vergangenheit aber immer wieder auf die Finanzierungsproblematik aufmerksam gemacht.

Trenkwalder: "Die Akademie kostet uns eine Million Euro, das ist schon viel Geld. Das wird sich in der Bundesliga, wo der Deckungsbeitrag um mindestens 2,5 Millionen Euro höher ist, aber leichter mit dem Budget vertragen. In der ersten Liga ist das nicht so lustig."

APA: Viel Geld verspricht im Fußball nicht immer Erfolg. War das auch für Sie eine Lehre aus Ihrem Fußball-Engagement?

Trenkwalder: "Ich habe die ganzen Aufstiege immer mit einer Mannschaft bewerkstelligt, die schon der nächsten Liga entsprochen hat. In der zweiten Liga wollte ich es noch einmal so machen. Das hat aber nicht mehr geklappt, wie man gesehen hat. Wenn man etwa an Spieler wie Valachovic oder Kincl denkt, die sind nicht angekommen. Daraus hat man die Schlüsse gezogen und die jungen Spieler forciert. Das hat aus meiner Sicht eingeschlagen. Man sieht, was in Salzburg mit einem dramatischen Überbudget für österreichische Verhältnisse abgeht. Wenn etwa die Mischung nicht stimmt, der Trainer mit der Mannschaft nicht kann oder einem alten System nachhängt, dann funktioniert es halt nicht, wenn man noch so viel Geld hineinsteckt. Man braucht einige routinierte Spieler, einige junge, ehrgeizige und einen Trainer, der mit Herz dabei ist."

APA: Was passiert, wenn Droege nach 2013 keine Lust mehr auf Fußball in der Südstadt verspürt?

Trenkwalder: "Ich bin dann ja immer noch Shareholder. Wir würden uns auf jeden Fall zusammensetzen und Lösungen suchen. Droege würde die Admira keinen Bauchfleck machen lassen. Mein Ziel ist es aber schon, dass die Admira nicht immer nur auf einem Fuß mit Trenkwalder steht. Wir müssen mehr Standbeine aufbauen, mehr Sponsoren hereinbringen. In der Ersten Liga ist das schwer, aber in der Bundesliga muss es das Ziel sein, sich mindestens ein Dreibein aufzubauen, das fällt nicht so schnell um."

APA: Wie viel Geld haben Sie in all den Jahren in den Fußball investiert?

Trenkwalder: "Über Geld redet man nicht."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel