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Gleicher Coup wie 2003 und 2004 im Visier © APA (epa)

Der FC Porto hat eine sensationelle Saison am Mittwochabend in Dublin mit dem Triumph in der Fußball-Europa-League gekrönt. Der

Der FC Porto hat eine sensationelle Saison am Mittwochabend in Dublin mit dem Triumph in der Fußball-Europa-League gekrönt. Der Blick von Portugals Meister ist nach dem 1:0-Finalsieg im innerportugiesischen Duell mit Sporting Braga aber schon auf die nächsten Ziele gerichtet. Nun will die Truppe mit Coach Andre Villas-Boas in der Champions League, Anlauf auf den zweiten Titel nach 2004 nehmen.

Villas-Boas kürte sich mit 33 Jahren und 213 Tagen zum jüngsten Trainer, der je einen Europacup-Titel gewonnen hat, und das gleich in seiner ersten Saison auf der Porto-Trainerbank. "Meine Ausstiegsklausel ist sehr, sehr hoch. Ich bin sehr, sehr glücklich in Porto. Zur Zeit lebe ich meinen Traum", sagte der Erfolgstrainer, der in Porto geboren ist und seinen aufgestellten Rekord als das Unwichtigste bezeichnete.

Sein Hunger nach Erfolgen ist trotz des Triples vor Augen jedenfalls noch lange nicht gestillt. "Wir wollen eine weitere magische Saison spielen", kündigte Villas-Boas an. Genauso wie ihr Trainer haben auch Portos Stürmerstars fixe Ablösesummen für einen vorzeitigen Vereinswechsel in ihren Verträgen inkludiert. Villas-Boas hofft allerdings, sein Team für die kommende Saison zusammenhalten zu können. Der Brasilianer Hulk ist für 100 Millionen Euro zu haben, für den Kolumbianer Falcao müssen interessierte Vereine zumindest 30 Millionen auf den Tisch legen.

Der nur 1,75 m große Falcao avancierte mit seinem Kopfballtreffer in der 44. Minute im Endspiel zum "Man of the match", es war Treffer Nummer 17 in der gesamten Europa-League-Saison. "Es ist der schönste Tag meines Lebens, ich habe seit meiner Kindheit davon geträumt", sagte ein überglücklicher Falcao. So viele Tore hat bisher noch niemand in der Europa League sowie im Vorgänger-Bewerb UEFA-Cup in einer Saison erzielt.

Der 25-jährige Angreifer, der es in der laufenden Saison auf 38 Pflichtspieltreffer gebracht hat, war 2009 von River Plate zu Porto gewechselt und will dort auch in der kommenden Saison auf Torejagd gehen. "Ich will ein Teil von Porto bleiben, weil ich mich hier sehr wohl fühle", betonte der heftig umworbene Goldtorschütze, der noch einen gültigen Zwei-Jahres-Vertrag hat.

Der vierte Europacuptitel nach jenen im Meistercup (1987), UEFA-Cup (2003) und der Champions League (2004) lässt die "Drachen" auf einen ähnlichen Coup wie 2003 und 2004 hoffen, als sie unter der Regie von Coach Jose Mourinho zuerst den UEFA-Cup und ein Jahr später die "Königsklasse" gewannen. "Das waren unglaubliche Erfolge, die sich wohl kaum wiederholen lassen", mag Villas-Boas an ein ähnliches Fußball-Wunder noch nicht glauben. Im Gegensatz zu Goalie Helton. "Nun wollen wir die Champions League gewinnen", kündigte der Porto-Schlussmann und -Kapitän am Tag seines 33. Geburtstages an. Zuvor steht für die in der Meisterschaft in allen 30 Runden ungeschlagen gebliebenen Porto-Kicker noch das nationale Cup-Finale am Sonntag gegen Vitoria Guimaraes auf dem Programm.

Das Finale in Dublin vor 45.391 Zuschauern war allerdings kein sportlicher Leckerbissen. "Das Spiel war von Taktik geprägt und leider keine Supershow. Es ist dem wahren Stil des portugiesischen Fußballs nicht gerecht geworden", analysierte Villas-Boas. Braga präsentierte sich gegen den 25-fachen portugiesischen Meister zwar als gut organisiert, ging am Ende aber doch verdient als Verlierer vom Platz.

"Es gibt keinen Grund, froh zu sein, aber wir können auf das Geleistete stolz sein. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Qualität hat", bilanzierte Braga-Trainer Domingos Paciencia mit einem lachenden und weinenden Auge. Der Coach wird den Club im Sommer verlassen, übrigens genauso wie Abwehrspieler Silvio. Der 23-jährige Portugiese erklärte nach der Partie, in der kommenden Saison in Spanien für Atletico Madrid zu spielen.

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