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Rapid will die Austria zu Fall bringen © APA (Archiv/Oczeret)

Ausgerechnet das 297. Wiener Derby am Sonntag (16.00/ORF1, Sky) stellt sich der Austria auf dem Weg zum möglichen Meistertitel

Ausgerechnet das 297. Wiener Derby am Sonntag (16.00/ORF1, Sky) stellt sich der Austria auf dem Weg zum möglichen Meistertitel in den Weg. Ausgerechnet im Stadion des Erzrivalen sind die "Veilchen" gefordert, um die Chancen auf den Titel zu wahren. "Volle Post und dann gewinnen", forderte Trainer Karl Daxbacher, dessen Elf einen Zähler hinter Salzburg und zwei hinter Tabellenführer Sturm liegt.

Die Ausgangslage ist sonnenklar: Für die Austria muss der zweite Derbysieg in dieser Saison her, um die Chance auf den Titel zu wahren. Für Trainer Karl Daxbacher steht fest, welche Tugenden gefragt sind. "Wir sind in dieser Saison sehr oft in Schönheit gestorben, jetzt zählt nur noch der Erfolg", erklärte der Niederösterreicher, der von drei Punkten überzeugt ist: "Ich kann garantieren, dass meine Mannschaft alles versucht, um zu gewinnen."

Auch Sport-Vorstand Thomas Parits ist guter Dinge: "Die Entscheidung wird erst in der letzten Runde fallen. Und ich will dabei sein. Wenn wir uns wie in Graz präsentieren, dann kann man uns nach dem Spiel gratulieren."

Daxbacher sieht seine Elf nach dem enttäuschenden April rechtzeitig wieder in guter Verfassung. "Es ist nach der Negativphase wieder aufwärtsgegangen, wir haben den Europacup-Platz fast sicher. Es herrscht eine relativ gelassene und lockere Stimmung", meinte Daxbacher. Von hinten anzugreifen habe auch Vorteile: "Die Jägerrolle ist ein gewisser Vorteil, aber die Machtlosigkeit, Meister werden zu können, ist natürlich auch frustrierend."

Die Statistik verheißt für die Zlatko Junuzovic und Co. jedenfalls Gutes: In allen drei bisherigen Saison-Derbys gab es stets einen 1:0-Erfolg der Auswärtsmannschaft, auch wenn das laut Daxbacher nicht das Geschehen am Feld abbildete. "Dreimal ist das bessere Team als Verlierer vom Platz gegangen", sagte der 58-Jährige. Das einzige Austria-Derby-Tor dieser Saison erzielte am 12. September in Hütteldorf Roland Linz.

Den Blick hat man bei der Austria selbstverständlich auch nach Wiener Neustadt gerichtet, wo zeitgleich Sturm Graz gastiert. "Natürlich ist Sturm Favorit, Überraschungen sind aber immer möglich", betonte Daxbacher. Er kann sich vorstellen, dass auch der Rivale noch einmal ins Zittern kommt. "Bei Sturm ist man sich seiner Sache keineswegs sicher. Die Aussage ist aus der Emotion entstanden", spielte er auf das Statement des Grazer Routiniers Samir Muratovic an. Der hatte am vergangenen Wochenende gemeint, man sei schon "zu 95 Prozent Meister".

Parits wiederum hält Spekulationen um Wiener-Neustadt-Trainer Peter Schöttel für Hirngespinste: "Er denkt gar nicht daran, dass er in der kommenden Saison Rapid-Coach ist. Und für die Spieler geht es um den Erfolg, die wollen Prämien."

Gegen Rapid muss Daxbacher allerdings um einige Spieler bangen. Safar bekam in der Nacht auf Freitag Fieber, Klein erwischte eine eitrige Angina ("Der Arzt meint, er könnte es versuchen"). Und Leovac hat Probleme im Adduktorenbereich, Daxbacher hält ihn für "sehr fraglich". Weniger Sorgen macht sich der Trainer um Zlatko Junuzovic, der am Donnerstag nach einem Schlag auf die Wade nicht trainieren konnte.

Unterstützt werden die Violetten auch von 2.000 Anhängern, die sich vor dem Spiel in gewohnter Manier von der Oper aus in Richtung Favoriten aufmachen. "Die Karten waren so schnell weg wie noch nie", sagte AG-Vorstand Markus Kraetschmer.

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