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Teamchef Löw gratulierte Super-Goalie Neuer © APA (dpa)

Für DFB-Teamchef Joachim Löw und Bayern München ist der Wechsel von Manuel Neuer längst klar, doch der FC Schalke 04 sorgt

Für DFB-Teamchef Joachim Löw und Bayern München ist der Wechsel von Manuel Neuer längst klar, doch der FC Schalke 04 sorgt auch nach dem DFB-Pokalsieg weiter für Rätselraten. "Ich bin strikt dagegen, dass Manuel geht. Wir würden unseren Führungsspieler verlieren. Mein Grundsatz ist: Die Rechnung ist erst zu Ende, wenn ein Strich drunter ist", sagte der Club-Vorsitzende Clemens Tönnies.

Ralf Rangnick rechnet offiziell noch mit einem Verbleib seines Keepers. "Manuel war heute unser Torwart. Er hat noch ein Jahr Vertrag. Deshalb gehe ich davon aus, dass er nächste Saison auch noch bei uns spielt", betonte Schalkes Chefcoach. Und selbst der Kapitän nährte im Überschwang der Gefühle die Spekulationen um seine Zukunft, wohl um in der Stunde des Triumphes die Feierlaune nicht zu verderben. "Ich weiß selber nicht, wo ich nächste Saison spiele. Ich kann keine Entscheidung des Vereins mitteilen", erklärte Neuer, der am Samstagabend um 22.05 Uhr den von Bundespräsident Christian Wulff überreichten "Pott" in den Berliner Abendhimmel gereckt hatte.

Danach feierte Neuer mit den Teamkollegen seinen ersten Profi-Titel ausgelassen. "Natürlich" könne er sich auch vorstellen, seinen Vertrag auf Schalke bis 2012 zu erfüllen, sagte Neuer. "Das wäre kein Problem. Ich habe auch nie gesagt, dass ich im Sommer weg will."

Immerhin soll bald endgültig Klarheit herrschen. "Das Angebot der Bayern liegt vor. Das gibt es auch nichts nachzuverhandeln. Wir wollen unsere Entscheidung binnen einer Woche bekanntgeben", kündigte Sportvorstand Horst Heldt an, der sich zweimal mit den Bayern-Bossen getroffen hatte. Diese sind sicher, dass der klamme Revierclub das Angebot von angeblich 18 Millionen Euro Ablöse plus sieben Millionen Euro an erfolgsabhängen Nachschlägen annimmt. "Wir haben uns grundsätzlich auf einen Preis geeinigt. Im Prinzip ist das Thema durch", hatte Bayerns Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge erklärt.

Löw und Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff hegen keinen Zweifel mehr an dem bevorstehenden Transfer. "Für Manuel Neuer ist es natürlich ein perfekter Abschied. Besser kann man einen Verein nicht verlassen als mit einem Titel", betonte Löw. "Neuer hat sich diesen Schritt reiflich überlegt und ihn nun wohl auch getan", bemerkte Bierhoff.

Rangnick hatte aus zwei Gründen darauf verzichtet, den im Finale weitgehend beschäftigungslosen Neuer vorzeitig auszuwechseln und dem Publikumsliebling nach 20 Jahren einen besonderen Abgang in der einmaligen Atmosphäre zu verschaffen. "Zum einen aus Respekt vor dem Gegner. Zum anderen hätte es so ausgesehen, als wenn wir Manuel verabschieden wollten. Das ist nicht der Fall."

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