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Sportminister Darabos hatte eine schlaflose Nacht © APA (Jäger)

Sportminister Darabos hat am Sonntag live im Hanappi-Stadion einen der peinlichsten Momente in der jüngeren österreichischen

Sportminister Darabos hat am Sonntag live im Hanappi-Stadion einen der peinlichsten Momente in der jüngeren österreichischen Sportgeschichte miterlebt. Nach dem Platzsturm der Rapid-Fans, der den Abbruch des Derbys gegen die Austria zur Folge hatte, fordert Darabos ein hartes Vorgehen gegen die Hooligans. "Wir müssen eine Gesamt-Radikallösung andenken", erklärte Darabos im Gespräch mit der APA.

Darabos flog nach einer "schlaflosen Nacht" zum EU-Außenminister- und Verteidigungsministerrat am Montag in Brüssel. Der Rapid-Sympathisant war wie so viele Zuschauer betroffen von den Ausschreitungen. "Das ist eine Schande nicht nur für den österreichischen Fußball, sondern für den gesamten Sport. Die Bilder sind um die Welt gegangen, das ist ein großer Imageschaden", sagte der Sportminister.

Darabos erinnert daran, dass dies nicht der erste Vorfall im österreichischen Fußball war, man dürfe die Augen nun nicht mehr verschließen. Auch die Politik ist nun gefordert. "Es tut mir weh. Wenn es solche Ausmaße annimmt, muss sich die Politik einmischen", betonte Darabos und sprach sich für harte Maßnahmen aus. "Es muss ein rigoroses Verhängen von Stadionverboten für ganz Österreich geben", erklärte er. "Diesen Fall muss man ganz hart bestrafen."

Der Sportminister überlegt aber auch eine Initiative auf parlamentarischer Ebene, nämlich solche Ausschreitungen vom Verwaltungs- in das Strafrecht zu heben. "Wenn es strafbar ist, wird sich der eine oder andere überlegen, ob er den Platz stürmt", sagte Darabos. Sein Vorbild ist nicht nur im strafrechtlichen Bereich England. Auf der Insel, wo der Hooliganismus seinen Anfang hatte, wurde mit harten Sanktionen und intensiver Überwachung mit den unerwünschten Randalierern konsequent aufgeräumt. "Man wird sich das England-Modell anschauen", so Darabos, der sich etwa Ausweispflicht für Dauerkartenbesitzer vorstellen kann.

Da angeblich auch ausländische Hooligans am Platzsturm in Hütteldorf teilgenommen haben, ist Darabos auch ganz auf Linie mit UEFA-Präsident Michel Platini, der im Kampf gegen Hooligans eine internationale Zusammenarbeit fordert.

Für Österreich fordert er, dass man die "Augen nicht mehr verschließt" und die harte Linie auch durchzieht. "Das Rapid-Fanprojekt hat man grundsätzlich als gut eingestuft, aber das wurde ausgenutzt. Mit Augenzwinkern geht es nicht. Rasches Aufheben von Stadionverboten darf es nicht geben. Es darf nicht sein, dass es nach einigen Wochen abebbt", erklärte der Sportminister, der bereits mit ÖFB-Präsident Leo Windtner Kontakt aufgenommen hat. Gemeinsam werden sie zu einer Besprechung mit allen Vereinen einladen.

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