vergrößernverkleinern
Wiens Bürgermeister fordert Konsequenzen © APA (Archiv/Neubauer)

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) hat am Dienstag die Fan-Ausschreitungen beim Derby am Sonntag im Hanappi-Stadion

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) hat am Dienstag die Fan-Ausschreitungen beim Derby am Sonntag im Hanappi-Stadion verurteilt: "Das ist natürlich eine sehr bittere Geschichte", erklärte er im Rahmen der Bürgermeister-Pressekonferenz. Er warnte aber davor, sofort Konsequenzen zu ziehen: "Wir sollen kurz nachdenken, was man tatsächlich machen kann."

Danach solle darüber geredet und ein Paket, das "aus Sicherheit und Betreuung besteht", erstellt werden. Rapid-Fans hatten am Sonntag nach dem Tor zum 2:0 für die Austria das Spielfeld im Hanappi-Stadion gestürmt und so einen Spielabbruch provoziert. Häupl selbst, er ist auch Präsident des Austria-Kuratoriums, erlebte die Ausschreitungen nicht live mit: "Ich war nicht beim Derby."

Sowohl mit Kritik an Rapid wie auch mit Ratschlägen hielt er sich in der Pressekonferenz zurück: "Ich halte mich eisern zurück, trotz langjährigster Fußballerfahrung und freundlichem Fanatismus für den Fußball", erklärte er. Es sei jetzt noch eine Runde zu spielen: "Dann haben wir ein bissl Zeit, darüber nachzudenken." Dann sollen Vorschläge gemacht werden, "wie das zu unterbinden ist". Die Überlegungen sollten dabei nicht nur in Richtung Verfolgung, sondern auch in Richtung Fanbetreuung gehen.

Einen direkten Vergleich zum Platzsturm beim Europa-League-Heimspiel der Austria gegen Athletic Bilbao im Jahr 2009 wollte Häupl nicht ziehen: Ein "erheblicher Teil" der Platzstürmer damals seien keine Wiener und Österreicher, sondern den europäischen Rechtsradikalen zuzuordnen gewesen: "Im Gegensatz zu dem hausgemachten Ding am Sonntag." Er zeigte sich aber überzeugt, dass dieselben Ausschreitungen wie im Hanappi-Stadion am vergangenen Sonntag auch bei der Austria hätten passieren können.

Häupl sei "wahnsinnig dafür", dass man die eigene Mannschaft anfeuere, auch mit Temperament. Gegen Hassparolen verwehrte sich Häupl aber. Er kritisierte Fans, die mit "Tod und Hass dem FAK" beschrifteten Schals auf den Sportplatz gehen. "Ich bin begeisterter Austria-Fan, aber dafür hasse ich nicht Rapid", betonte er.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel