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Die Austria muss Salzburg besiegen © APA (Archiv/Krug)

Der originale Meisterteller ist am Mittwochabend in Graz, die Austria würde im Horr-Stadion im Fall der Fälle nur ein Duplikat

Der originale Meisterteller ist am Mittwochabend in Graz, die Austria würde im Horr-Stadion im Fall der Fälle nur ein Duplikat überreicht bekommen. Die Wiener gehen also nur als Außenseiter in die 36. und letzte Runde der Fußball-Bundesliga, trotz zwei Punkten Rückstand auf Sturm Graz lebt aber die Hoffnung im Lager der Violetten.

"Wir müssen unsere Hausaufgabe erledigen und auf eine Überraschung in Graz hoffen", weiß Austrias Sport-Vorstand Thomas Parits vor dem Heimmatch gegen den nur noch mathematisch nicht entthronten Meister Salzburg (20.30 Uhr).

Austria-Trainer Karl Daxbacher nimmt vor dem "Finale" den Druck von seiner Mannschaft, die ausgerechnet zum 100-Jahr-Jubiläum den 24. Meistertitel der Club-Geschichte einfahren könnte. "Wir müssen nicht nervös sein. Wir sind krasser Außenseiter im Titelkampf, können nur gewinnen und nichts verlieren", sagte Daxbacher, dessen Vertrag sich aufgrund der bereits fixierten Europacup-Teilnahme schon verlängert hat. Der Niederösterreicher macht sich Hoffnungen, dass Sturm daheim gegen Wacker Innsbruck patzen könnte.

"Man hat auch beim Spiel von Sturm in Wiener Neustadt (2:1 für Sturm, Anm.) gesehen, dass die Nerven eine Rolle spielen. Auf das hoffen wir. Aber das Wichtigste ist, dass wir unser Match gewinnen", sagte Daxbacher, dessen Team sich vor einem Jahr in einer sehr ähnlichen Situation befand. Damals lag die Austria vor der letzten Runde einen Punkt hinter Salzburg. Der 2:0-Heimsieg gegen Ried brachte der Austria nicht mehr den Teller, denn Salzburg siegte in Graz gegen Sturm ebenfalls 2:0.

Wie Daxbacher hofft natürlich auch Parits, dass es diesmal Schützenhilfe geben wird. "Ich bin überzeugt, dass Wacker ein gutes Ergebnis erzielen will. Sie spielen eine super Saison und werden sich in Graz sehr teuer verkaufen."

Bis Dienstagmittag waren 12.200 Tickets verkauft, das Horr-Stadion dürfte also mit 13.500 Zuschauern ausverkauft sein. Drei Tage nach dem Eklat im Derby im Hanappi-Stadion wird es wieder einen "Platzsturm" geben, diesmal allerdings nach Schlusspfiff und einen offiziell genehmigten. Die Austria hat sich nämlich nach einem mehrstündigen Meeting mit Liga-Verantwortlichen dazu entschlossen, nach Spielende die Tore zum Rasen zu öffnen.

"Dort wird dann entweder in völliger Ekstase der Titel oder eben ein schöner Abschluss gefeiert", erklärte Markus Kraetschmer, der Wirtschafts-Vorstand der Austria. Das Meisterteller-Duplikat würde die Austria auf dem "Balkon" der Südtribüne überreicht bekommen.

Dass die Salzburger in Wien doch noch den Titel feiern, ist nur noch rein mathematisch möglich. Aber Coach Ricardo Moniz verspricht: "Theoretisch sind wir noch nicht weg. Deshalb verlange ich von den Spielern, dass sie bis zum Ende alles geben. Es ist eine Frage der Ehre und des Charakters, dass wir uns entsprechend positiv verabschieden."

Von den Salzburger Spielern ist Ähnliches zu hören. "Wir sind sehr sauer, dass wir nicht mehr Meister werden können. Aber wir sind lieber der erste als der zweite Verlierer", meinte Mittelfeldspieler Simon Cziommer. "Wir fahren sicher nicht zum Spaß nach Wien", fügte Stürmer Roman Wallner hinzu.

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