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Jezek wurde in Österreich schon siebenmal Meister © APA (Pessenlehner)

Dass der Traditionsclub Admira nach fünf Jahren wieder in Österreichs Fußball-Oberhaus mitmischt, ist nicht zuletzt Patrik

Dass der Traditionsclub Admira nach fünf Jahren wieder in Österreichs Fußball-Oberhaus mitmischt, ist nicht zuletzt Patrik Jezek zu verdanken. In seinem Karriere-Herbst hat der 34-jährige tschechische Mittelfeldspieler seiner mittlerweile 13-jährigen Laufbahn in der Alpenrepublik einen weiteren Meilenstein hinzugefügt.

Ein Mann großer Worte war Jezek nie. Der Öffentlichkeit ist er nicht für titelträchtige Sager, sondern kraftvolle Dribblings auf der linken Seite, präzise Flanken, einen ausgeprägten Kampfgeist und immer wieder auch Tore bekannt. Nicht zu vergessen das kantig-athletische Gesicht und den oft bürstenartigen Haarschnitt - passend zum Familiennamen, der im Tschechischen "Igel" bedeutet.

Selbst im Moment des Erfolgs mit der Admira waren Jezek am Dienstagabend keine markigen Statements zu entlocken: "Ich bin froh, dass wir das geschafft haben, es war eine schwierige Saison. Was soll ich sagen, es ist einfach geil", formulierte er schnörkellos - und ließ sich von den direkt hinter ihm postierten Admira-Fans in Sprechchören huldigen.

In seiner Hochzeit gehörte Jezek zu Österreichs bestbezahlten Akteuren, auch in der Südstadt gab er es nicht ganz billig. Im Vergleich zu manch anderem vermeintlichen Star der Vergangenheit musste Richard Trenkwalder diese Investition aber nicht bereuen. Der Admira-Präsident hätte vielmehr gerne gleich mehrere "Igel" in seinem Team: "Wenn man noch einen erwischen würde wie den Jezek, einen jung gebliebenen 34-Jährigen mit dieser Qualität, den würden wir natürlich nehmen. Aber die sind rar gesät", erklärte er im Hinblick auf die kommende Bundesliga-Saison.

Von Trainer und Landsmann Frantisek Cipro im Winter 1997/98 von Viktoria Pilsen zum damaligen FC Tirol geholt, blieb Jezek seit damals der Alpenrepublik mit einer etwas mehr als einjährigen Unterbrechung (November 2002 bis Februar 2004) stets treu. Mit Tirol (2000, 2001, 2002) und Salzburg (2007, 2009, 2010) holte er je drei Titel, spielte darüber hinaus bei der Wiener Austria und in Pasching. Dabei brachte er es auf 298 Bundesliga-Spiele und 44 Treffer.

Jezek hält auch den Rekord für das schnellste Bundesliga-Tor: Das gelang ihm beim 4:1-Heimsieg Salzburgs über Altach am 11. Juli 2007 nach 10 Sekunden. Zwar kam er als tschechischer U21-Teamspieler nach Österreich, für einen Einsatz im A-Team reichte es schließlich aber nicht. Wie "rot-weiß-rot" Jezek ist, zeigt ein Blick in Wikipedia: In seiner Heimat hat es offenbar niemand für notwendig befunden, ihm einen Eintrag zu widmen.

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