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Austrias Ärger über Ausschluss von Baumgartlinger © APA (Fohringer)

Für Red Bull Salzburg und die Wiener Austria blieben im Titelkampf der Fußball-Bundesliga nur die Trostpreise. Die Salzburger

Für Red Bull Salzburg und die Wiener Austria blieben im Titelkampf der Fußball-Bundesliga nur die Trostpreise. Die Salzburger schnappten sich mit dem 4:2-Auswärtssieg noch Rang zwei hinter Sturm Graz. Die Wiener durften sich mit prestigeträchtigen Ehrungen trösten: Roland Linz war mit 21 Treffern Torschützenkönig, Zlatko Junuzovic wurde als bester Spieler der Saison 2010/11 ausgezeichnet.

Das machte den Frust der Austrianer aber nur unwesentlich kleiner. Als Sündenbock musste Referee Robert Schörgenhofer herhalten, der Vorarlberger brachte das Team von Trainer Karl Daxbacher und die violetten Fans mit der Gelb-Roten Karte für Julian Baumgartlinger in der 70. Minute auf die Palme.

Junuzovic ließ nach Schlusspfiff ordentlich Dampf ab. "Der Schiedsrichter hat eine katastrophale und lächerliche Leistung abgeliefert. Man sollte überdenken, ob er überhaupt weiterpfeifen darf. Er hat nur darauf gewartet, bis er uns eine Rote Karte geben darf. Wenn ein Schiri in so einem Match so eine Leistung abliefert, dann macht mich das brennheiß", ärgerte sich der 23-jährige Mittelfeldspieler, der über die Chance auf einen Verbleib in Wien-Favoriten meinte: "50 zu 50, ich weiß es noch nicht. Es wird in den nächsten Wochen klärende Gespräche geben."

An Junuzovic, der noch bis 2012 bei der Austria unter Vertrag steht, sollen u.a. zahlreiche deutsche Bundesligisten interessiert sein. Robert Almer, Petr Vorisek und Fernando Troyansky wurden hingegen bereits offiziell verabschiedet. Wie Junuzovic schäumte auch sein Trainer Daxbacher gewaltig über Schörgenhofers Leistung. "Enttäuschung, Frustration und Wut auf den Schiedsrichter waren schon sehr groß."

Im Gegensatz zu seinen Spielern konnte sich Daxbacher nicht damit trösten, dass Sturm ohnehin einen Heimsieg gegen Wacker Innsbruck gefeiert hat. "Wenn wir länger 2:1 geführt hätten, hätte ich sehen wollen, ob Sturm die Nerven behält. Das sind Umstände, die berücksichtigt werden müssen", sagte Daxbacher.

Denn sein Team ging zwar in Unterzahl durch Nacer Barazite (73.) 2:1 in Führung. Als die Austria aber dann alles auf eine Karte setzte und auf das womöglich meisterschaftsbringende 3:1 drängen wollte, wurde sie von den Salzburgern gnadenlos ausgekontert. Daxbacher war deutlich anzusehen, dass er der verpassten Meisterchance im Jahr des 100-jährigen Club-Bestehens sehr nachtrauert.

"Der Titel wäre möglich gewesen. Aber noch mehr ärgern mich die Vorfälle der letzten zwei Runden, das ist sehr frustrierend", stellte Daxbacher klar. Gemeint sind damit die Zwischenfälle im Derby (Abbruch nach Platzsturm), in Wiener Neustadt (Hands von Edin Salkic) und nun die Referee-Leistung von Schörgenhofer. Daxbacher weiß aber auch: "Einiges haben wir selbst verbockt." Vor allem die schwache Serie im April kam der Austria schlussendlich teuer zu stehen.

Goalgetter Linz durfte sich immerhin zum zweiten Mal nach 2006 über den Titel des Torschützenkönigs freuen. "Für einen Stürmer ist es immer schön, wenn man so eine Auszeichnung erhält. Ein großes Danke an die gesamte Mannschaft", meinte der Steirer.

Titelverteidiger Salzburg war zwar schon vor der letzten Runde aus dem Rennen gewesen, präsentierte sich aber dennoch zum Abschluss enorm stark und bis in die Haarspitzen motiviert. "Schade, dass die Meisterschaft vorbei ist. Aber wenn wir nächste Saison so weitermachen, dann werden wir einen großen Schritt nach vorne machen", sagte Trainer Ricardo Moniz, der gemeinsam mit Niko Kovac im April die Nachfolge von Huub Stevens angetreten hat.

Moniz will mit einer Mischung aus jungen österreichischen Spielern und einigen Routiniers wie Simon Cziommer Erfolg haben. "Das war kein zufriedenstellender, aber ein versöhnlicher Abschluss", bilanzierte Cziommer, der bei der Forschung nach den Ursachen für den verspielten Titel schnell dieselben wie auch die Austria fand: "Unsere Heimbilanz war zu schlecht. Und Sturm hat gegen die vermeintlich kleineren Clubs fleißiger gepunktet."

Jakob Jantscher gratulierte seinen ehemaligen Teamkollegen von Sturm zum Titel, eröffnete aber gleich das Vorgeplänkel für die neue Meisterschaft: "Nächste Saison werden wir vom Start weg gut auftreten und angreifen, 2012 werden wir Meister sein."

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