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Muratovic dürfte wohl in Graz bleiben © APA (Neubauer)

Der SK Sturm Graz ist am Mittwochabend mit dem errungenen Fußball-Bundesliga-Meistertitel am Ziel der Träume angelangt. Viel

Der SK Sturm Graz ist am Mittwochabend mit dem errungenen Fußball-Bundesliga-Meistertitel am Ziel der Träume angelangt. Viel Zeit, um den Triumph richtig auszukosten, bleibt allerdings nicht, gilt es doch die Planungen für die kommende Saison voranzutreiben. Der Großteil der Mannschaft steht, einige Fragezeichen sind aber noch offen. Samir Muratovic dürfte dem Verein erhalten bleiben.

Nach einem schwächeren Herbstdurchgang, in dem der bosnische Offensivspieler nur einmal von Beginn an zum Zug gekommen war, meldete sich Muratovic im Frühjahr noch einmal zurück. Vor allem im Saisonfinish avancierte der 35-Jährige zu einem echten Erfolgsgaranten der Grazer. In den letzten drei Runden traf er beim 2:0-Sieg gegen den LASK und steuerte bei den 2:1-Siegen gegen Wiener Neustadt (87. Minute/Elfmeter) und Wacker Innsbruck (84.) jeweils den entscheidenden Treffer bei. "In der letzten Zeit habe ich so viel Glück gehabt, ich muss Lotto spielen gehen", betonte der ehemalige bosnische Teamspieler.

Seine Spielstärke, Ruhe am Ball und Effizienz im Abschluss sind nach wie vor die großen Stärken von Muratovic. Während die Zeichen zu Wochenbeginn eher auf Abschied gestanden waren, dürfte sich durch den Meistertitel doch noch eine Wende in der Causa ergeben haben. Vor allem in den Qualifikationsspielen zur Champions League, die bereits am 12./13. Juli sowie 19./20. Juli (2. Runde) starten, wäre die Routine Muratovic' gefragt.

Noch am (heutigen) Donnerstag war ein weiteres Vertragsgespräch angesetzt. "Der Mura ist nie kein Thema. Es hat sich alles extrem lang hingezogen, aber wir hatten zuletzt sehr positive Gespräche", hatte Sportdirektor Oliver Kreuzer schon davor gesagt.

Zu Wochenbeginn hatte der Deutsche bereits den Vertrag von Mario Haas verlängert. Der 36-jährige Sturm-Rekordtorschütze hängt noch ein Jahr an. Offen ist noch der Verbleib von Mario Kienzl und Ferdinand Feldhofer, deren Kontrakte auslaufen.

Abwehr-Bollwerk Gordon Schildenfeld soll laut einem Bericht des "kicker" beim 1. FC Köln im Gespräch sein. Die Ablösesumme soll demnach eine Million Euro betragen. Zudem enden die Leihverträge von Timo Perthel (zurück zu Werder Bremen) und Patrick Mevoungou, der wohl bleiben dürfte. Dominic Hassler verlässt den Verein genauso wie Goalie Daniel Bartosch.

Inwiefern es im Hinblick auf den Europacup Verstärkungen geben könnte, ist fraglich. Das Budget ist mit rund elf Millionen Euro begrenzt und lässt keine großen Sprünge zu. "Wir werden versuchen, einen guten Kader auf die Beine zu stellen, damit wir in der nächsten Saison konkurrenzfähig sind", sagte Coach Franco Foda, der dies auch in den Jahren zuvor nach namhaften Abgängen immer wieder geschafft hatte.

Zuerst wolle man aber den Titel richtig feiern. Das sahen auch die Spieler so, die Vorfreude auf die Champions League war groß, Gedanken daran wurden aber noch nicht wirklich verschwendet. "Daran denke ich noch nicht, jetzt freue ich mich einmal auf den Urlaub", sagte Mario Kienzl im Namen der Mannschaft.

Auch in der Meisterschaft wird es für die Grazer in der nächsten Saison schwieriger, geht man nun doch als großer Gejagter und nicht mehr in der Außenseiterrolle ins Rennen. "In der nächsten Saison wird es verdammt schwer. Der Level wurde nach oben geschraubt, die Erwartungshaltung der Fans ist größer", ist sich Feldhofer bewusst. Die erfolgreiche Titelverteidigung wird aber natürlich trotzdem fest ins Visier genommen.

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