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Ferguson und Guardiola als Meister ihres Fachs © APA (Archiv/epa)

Josep Guardiola und Alex Ferguson sprechen vor dem Fußball-Champions-League-Finale am Samstag (20.45 Uhr/live ORF eins) im

Josep Guardiola und Alex Ferguson sprechen vor dem Fußball-Champions-League-Finale am Samstag (20.45 Uhr/live ORF eins) im Londoner Wembley-Stadion nur in Hochachtung voneinander. Der Barcelona-Coach bewundert die Erfolgsbilanz von Ferguson, der Manchester-United-Trainer wiederum wünscht sich Guardiola angeblich als Nachfolger bei den "Red Devils".

Laut spanischen Medienberichten nahm United im vergangenen Herbst Kontakt mit Guardiola auf, um ihm einen Wechsel vom Camp Nou ins Old Trafford schmackhaft zu machen. Ferguson schätze, wie der 40-Jährige mit Superstars umgehe und Rohdiamanten aus dem eigenen Nachwuchs zu Weltklasse-Kickern forme. Ein Wechsel Guardiolas ist aber spätestens seit seiner Vertragsverlängerung bei Barca bis 2012 zumindest vorerst passe.

Der 69-jährige Schotte äußerte sich zwar nicht zu den Spekulationen über seinen vermeintlichen Lieblings-Nachfolger, gab aber immerhin zu, den 40-Jährigen schon als Spieler interessant gefunden zu haben. Deswegen hätte er den Ex-Mittelfeldspieler 2001 fast nach Manchester geholt. "Wir haben ihn damals, als er Barcelona verlassen hat, kontaktiert, weil er ein sehr guter Spieler und Passgeber war", erinnerte sich Ferguson.

Guardiola ging jedoch zu Brescia und kam später als Trainer wieder zurück zum FC Barcelona, bei dem er 2007 das B-Team und ein Jahr später die Kampfmannschaft übernahm - mit durchschlagendem Erfolg: Ein Sieg im Wembley-Stadion wäre der bereits zehnte Titel für den dreifachen Familienvater. Als Spieler holte Guardiola mit Barca 13 Trophäen, darunter auch den Meistercup im Wembley-Stadion 1992.

Für Ferguson ist die jüngste Dominanz Barcelonas im Welt-Fußball eng mit Guardiola verbunden. "Das Fundament für den Barcelona-Stil wurde in den 1990ern unter Johan Cruyff gelegt. Unter Guardiola hat sich das Pressing verändert, die Zonen, in denen Barcelona Forechecking betreibt", erklärte der United-Coach.

Guardiola fühlt sich ob der Komplimente von Ferguson geschmeichelt. "Obwohl wir uns ein paar Mal getroffen habe, kenne ich ihn persönlich leider nicht gut. Aber allein schon gegen ihn antreten zu dürfen, ist eine große Ehre. Er ist einer der größten Trainer in der Geschichte des Fußballs."

Dem Katalanen imponiert vor allem, wie Ferguson seit seinem Amtsantritt bei Manchester United 1986 immer wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellte. "Drei, vier Mal ein komplett neues Team zu bauen und über so einen langen Zeitraum immer erfolgreich zu sein, das ist wahre Größe."

46 Titel hat Ferguson zu Buche stehen, 36 davon gewann er mit Manchester United - das ist aber nicht das Einzige, was Guardiola an Ferguson bewundert. "Ich bin neidisch, dass er noch volles Haar hat", sagte der Spanier mit schütterem Haar.

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