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Gegen harte Strafen für die Fans © APA (Oczeret)

Die Rapid-Fans des "Block West" und der Ostkurve haben sich am Donnerstag für den Platzsturm am Sonntag im Hanappi-Stadion

Die Rapid-Fans des "Block West" und der Ostkurve haben sich am Donnerstag für den Platzsturm am Sonntag im Hanappi-Stadion gerechtfertigt. Die Anhänger begründeten ihr Vorgehen im Wiener Fußball-Derby gegen die Austria vor allem mit der Unzufriedenheit über die sportlichen Leistungen und die Clubführung und sprachen sich gegen harte Sanktionen aus.

Nach dem zweiten Treffer für die Austria sei "die Enttäuschung, das Entsetzen und die Wut über das Auftreten des SK Rapid am Höhepunkt" gewesen, hieß es in dem Schreiben. "Dazu kommt die Angst, hier von der Austria komplett abgeschossen zu werden." Deshalb erfolgte der Platzsturm, der "nicht geplant", sondern ein "spontanes Zeichen der Fans" gewesen sei. Der Unmut der "Ultras" richtet sich vor allem gegen Präsident Rudolf Edlinger und General Manager Werner Kuhn, denen vorgeworfen wird, durch permanente Fehler für sportlichen und wirtschaftlichen Misserfolg verantwortlich zu sein.

Außerdem äußerten sich die "Ultras" zu jenem Raum im Hanappi-Stadion, in dem angeblich verbotene Gegenstände gebunkert wurden. "Das Kammerl, in dem die Ultras Rapid Utensilien wie Fahnen, Doppelhalter und Trommeln aufbewahren, ist weder geheim noch versteckt. Es wird vom Verein und der Stadionleitung zur Verfügung gestellt und alle wissen darüber Bescheid. Den Schlüssel zu diesem Kammerl hat die Stadionleitung, wir können entgegen Behauptungen diverser Zeitungen nicht Tag und Nacht hinein, ohne dass jemand Bescheid weiß. Der Vorwurf, dieses Kammerl sei ein Lagerort für verbotene Gegenstande und Pyrotechnik, ist absurd. Rapid hat die kontrollierte Verwendung bengalischer Feuer immer toleriert, es gab keinen Grund, diese zu verstecken."

Im Anrempeln von Rapid-Spielern sahen die "Ultras" kein Problem ("Jeder Zweikampf in einem Spiel ist härter"), dafür wehrten sie sich vehement gegen psychologische Deutungen der Randale. "Es sind die Gründe für diese Vorfälle nicht in der Gesellschaft zu suchen, es geht einzig und allein um die Leistung der Mannschaft sowie das Handeln des Vorstands von Rapid."

In dem mit "Die vereinte Fanszene des Block West und der Ostkurve" gezeichneten Schreiben wurde ein Generationswechsel innerhalb der "Ultras" nicht abgestritten, gleichzeitig aber betont: "Darin den Grund für den Platzsturm zu suchen, ist nicht korrekt."

Zum Abschluss wehrten sich die Rapid-Anhänger gegen harte Sanktionen für die Platzstürmer. "Jetzt aber wegen einer Handvoll Leuten Konsequenzen für alle etwa 200 Rapidler zu fordern, die am Feld waren, ist unangemessen." Beendet wurde die Mitteilung mit einem Ratschlag an Edlinger: "Lenken Sie nicht mit billigem Populismus vom absoluten Versagen der Verantwortlichen und der Mannschaft Rapids ab."

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