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Kienast weiß: "Aufgegeben wird nur ein Brief" © APA (Neubauer)

Nach zwei Partynächten sind Christian Gratzei, Manuel Weber und Roman Kienast am Freitag als frisch gebackene österreichische

Nach zwei Partynächten sind Christian Gratzei, Manuel Weber und Roman Kienast am Freitag als frisch gebackene österreichische Meister ins Teamcamp eingerückt. Gezeichnet von den Feierlichkeiten war vor allem Sturms Torjäger Kienast, dessen Stimmbänder ihre Arbeit fast gänzlich verweigerten. Dennoch ist das Sturm-Trio entschlossen, die Euphorie auch ins ÖFB-Team zu übertragen.

"Wir haben die Feier sehr genossen. Dank der Arbeit unseres Trainers Franco Foda sind wir aber auch nach zwei solchen Nächten fit. Ab jetzt gilt die volle Konzentration dem Deutschland-Spiel", meinte Kienast, dessen Onkel Reinhard im Oktober 1986 beim 4:1-Sieg Österreichs in einem Freundschaftsspiel in Wien gegen Deutschland zwei Treffer erzielt hatte. "Es wäre schön, wenn mir das auch gelingen würde."

Im ersten Versuch hat es für Kienast junior nicht geklappt, beim 0:1 bei der Heim-EM 2008 gegen die Deutschen konnte er als Joker die Niederlage nicht mehr verhindern. Diesmal hofft der 27-Jährige auf die Revanche. "Wir haben nichts zu verlieren. Wenn wir dagegenhalten und uns ein Tor gelingt, dann können wir das positiv über die Runden bringen", glaubt Kienast, der trotz der schwierigen Lage in der Quali klarstellte: "Aufgegeben wird nur ein Brief."

Der Zweitplatzierte der Bundesliga-Torschützenliste bezeichnete ein Duell mit Spielern wie Mesut Özil von Real Madrid als "aufregend". Vor Ehrfurcht erstarren will er aber nicht. "Da können wir Österreicher zeigen, dass wir auch was drauf haben." Weitere Gelegenheiten könnte es in der kommenden Saison mit Sturm in der Champions League geben.

Das Wiedersehen mit den Titelkonkurrenten von der Austria war trotz aller Rivalität herzlich. "Es gab keine Komplikationen. Wir gehen super miteinander um und haben über alles gesprochen", berichtete Kienast. Der 1,91 Meter große Angreifer ist ein Kandidat für die Rolle der ÖFB-Solospitze gegen die Deutschen, schließlich fehlt der angeschlagene Stefan Maierhofer im Kader und Marc Janko war zuletzt bei Twente Enschede nicht erste Wahl. "Ich werde versuchen, mich im Training aufzudrängen. Man wird sehen", sagte Kienast.

Das Grazer Meistertrio, das am Freitag ein ausgedehntes Mittagsschläfchen einschob, sieht die Ausgangslage vor dem Match gegen Deutschland ähnlich wie jene von Sturm vor der Saison. "Uns hatte keiner auf der Rechnung. Unser Kollektiv hat aber dann den Erfolg ausgemacht. Wenn wir das aufs Team übertragen könnten, wäre das sehr positiv. Außerdem bringen wir sehr viel Selbstvertrauen mit", meinte Weber, der noch keinen Einsatz im rot-weiß-roten A-Team zu Buche stehen hat.

Der Mittelfeldspieler war 2009 im Constantini-Aufgebot fürs WM-Qualifikations-Match gegen Rumänien gestanden, hatte aber krankheitsbedingt absagen müssen. Absagen musste diesmal Webers Sturm-Gefährte Andreas Hölzl wegen einer chronischen Überreizung der Fußmuskulatur.

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