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Guardiola holte mit Barca Titel Nummer zehn © APA (epa)

Der FC Barcelona hat am Samstagabend im Londoner Wembley-Stadion schon zum zweiten Mal in der Trainer-Ära von Josep Guardiola

Der FC Barcelona hat am Samstagabend im Londoner Wembley-Stadion schon zum zweiten Mal in der Trainer-Ära von Josep Guardiola die Fußball-Champions-League gewonnen. Der 40-jährige Erfolgscoach ist aber nach dem klaren 3:1-Finalsieg gegen Manchester United noch nicht satt an Erfolgen mit den Katalanen, will seinen bis Ende nächster Saison gültigen Vertrag erfüllen.

"Ich habe die Absicht, auf alle Fälle noch ein Jahr weiterzumachen. Ich verspüre noch die nötige Leidenschaft", sagte Guardiola. Der Barca-Trainer hatte im April noch erklärt, dass "sich meine Zeit in Barcelona dem Ende zuneigt" und damit Spekulationen über seine Zukunft aufkommen lassen. Nach Schlusspfiff sangen die Fans des spanischen Meisters "Campeones, campeones". Der Architekt des Erfolgs beobachtete die Szenarie nach dem Spektakel zunächst aus der Ferne.

Erst als die Zuschauer nach 23.00 Uhr immer lauter seinen Namen riefen, kannten auch Lionel Messi und Co. kein Erbarmen mehr mit ihrem Coach. Guardiola wurde umzingelt, auf Händen getragen und wieder und wieder in die Luft geworfen. Seit Juni 2008 trägt Guardiola die Verantwortung für die spektakulärste Mannschaft dieses Planeten, der neuerliche Triumph in der "Königsklasse" nach 2009 brachte dem Barca-Coach Titel Nummer zehn (Meisterschaft 2009-2011, Cup 2009, Weltpokal 2009, Europäischer Supercup 2009, Spanischer Supercup 2009, 2010) innerhalb von drei Jahren ein. "Er ist ein sensationeller Typ", sagte Außenverteidiger Dani Alves.

Der Trainer gab das Lob gleich an seine Spieler zurück. "Ich fühle mich privilegiert, mit solchen Spielern zusammenarbeiten zu dürfen. Alle Spieler haben sehr hart für den Erfolg gearbeitet", sagte der Spanier. Im ungleichen Duell gegen das bedauernswerte Manchester hatte er sich nach 20 Minuten erstmals von der Bank erhoben und seine Profis von der Coaching Zone aus lautstark nach vorne dirigiert. Angespannt verfolgte der Denker und Stratege das Geschehen auf dem Rasen, erst nach dem Zaubertor von David Villa ins Kreuzeck zum 3:1 (69.) huschte das erste erleichterte Lächeln über das Gesicht Guardiolas. Zuvor hatten bereits Pedro Rodriguez (27.) und Lionel Messi (54.) für die Katalenen getroffen.

20 Minuten vor Schluss war auch dem lautesten englischen Fan unter den 87.695 berauschten Zuschauern klar, dass es an diesem Abend nur einen Sieger geben konnte. "Wir haben niemanden zurechtgestutzt", versuchte Guardiola zu relativieren. "Ein so starkes Team wie Manchester United zu schlagen, ist nicht selbstverständlich. Die Art und Weise, wie wir gewonnen haben, macht mich aber besonders stolz."

Alex Ferguson gab sich als fairer Verlierer. "Barca ist die beste Mannschaft, die es zur Zeit gibt. Der Fußball ist zum Genießen", meinte der Manchester-United-Coach. Er sei in seiner 25-jährigen Trainer-Ära noch nie auf so eine starke Truppe getroffen.

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