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Diese Team-Torträger sind noch keine Team-Torjäger © APA (Neubauer)

Deutschland ist im Vergleich zu Österreich eine andere Fußball-Welt. Das ist schon alleine aufgrund eines Plus von knapp 74

Deutschland ist im Vergleich zu Österreich eine andere Fußball-Welt. Das ist schon alleine aufgrund eines Plus von knapp 74 Millionen Einwohnern keine Überraschung. Vor allem punkto internationaler Erfahrung, vergangener und aktueller Erfolge, Weltranglisten-Platzierung und Marktwert ist das Loch zwischen ÖFB und DFB eklatant.

Aber nicht alle Zahlen sprechen vor dem Duell in der EM-Qualifikation am Freitag im Wiener Happel-Stadion (20.30 Uhr) für den klaren Favoriten. Im Vergleich der Titelgewinner in der abgelaufenen Club-Fußball-Saison können Österreichs 23 Kaderspieler nämlich mit den 22 Deutschen mithalten.

Roman Kienast und Co. haben mit acht Trophäen sogar eine mehr zu bieten als Mesut Özil und seine Kollegen. Neben den Sturm-Meisterkickern Kienast, Christian Gratzei und Manuel Weber sowie den frisch gebackenen Rieder Cupsiegern Daniel Royer und Thomas Schrammel haben auch noch Aleksandar Dragovic (Meister mit FC Basel), Marc Janko (Cupsieger mit Twente Enschede) und Hans-Peter Berger (Zweitliga-Meister mit Admira) Titel gesammelt.

Bei einer weiteren Zahlenspielerei haben die Österreicher die Nase vorne, Teamchef Dietmar Constantini hat neun Legionäre zur Verfügung, Bundestrainer Joachim Löw nur zwei, nämlich das Real-Duo Özil und Sami Khedira. Für Freitag wohl deutlich entscheidender ist aber die Erkenntnis, dass Österreichs Teamkicker wahrlich keine Tormaschinen sind. Lediglich 16 Tore haben die aktuellen Teamspieler in ihren insgesamt 274 Einsätzen erzielt, Janko führt die interne Schützenliste mit sieben Treffern vor den Deutschland-Legionären Martin Harnik und Erwin Hoffer (jeweils drei) an. Mit Emanuel Pogatetz, Christian Fuchs und David Alaba stehen drei weitere Deutschland-Exporte im Kader für Freitag.

Bei den Deutschen hat alleine Miroslav Klose bereits 61 Mal und damit fast viermal so oft wie die gesamte ÖFB-Truppe ins Schwarze getroffen. Die Deutschen weisen mit insgesamt 568 Länderspielen und 138 Toren deutlich mehr internationale Erfahrung auf. In Sachen Erfolgen steht der fast leeren ÖFB-Visitenkarte eine volle DFB-Vitrine gegenüber. Jeweils dreimal haben die Deutschen bereits eine WM sowie eine EM gewonnen. In der FIFA-Weltrangliste sind die Deutschen aktuell Vierter, Österreich ist auf Platz 74 zu finden.

Extrem ist der Unterschied auch beim Marktwert der beiden Teams. Constantinis Auserwählte sind insgesamt 47,9 Mio. Euro wert, die Deutschen 313,5. Teuerster ÖFB-Akteur ist laut transfermarkt.de Janko (6 Mio. Euro), der deutsche Real-Madrid-Legionär Özil kostet mit 32 Millionen mehr als das Fünffache.

Gewaltig mehr Zugkraft als die zehn Clubs umfassende österreichische Meisterschaft hat auch die deutsche Bundesliga mit ihren 18 Oberhaus-Vereinen. Während in Österreich in der vergangenen Saison 7.859 Zuschauer pro Match im Stadion waren, sind es in Deutschland pro Partie 42.655 Fans gewesen. Trotz einer enttäuschenden Saison lockte Rapid mit 284.858 Zuschauern die meisten in der heimischen Liga an, die deutsche Fantabelle führte Überraschungsmeister Dortmund mit 1,346 Mio. Fans im Heimstadion an. Das sind beinahe so viele Zuschauer, wie Österreichs Liga in der gesamten Saison zu Gast hatte (1,415 Mio.).

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