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Der Niederlande-Legionär weiß um die Ausgangslage © APA (Neubauer)

Auch Kapitän Marc Janko hat am Dienstag eingestehen müssen, dass vor dem Match der Fußball-EM-Qualifikation am Freitag um

Auch Kapitän Marc Janko hat am Dienstag eingestehen müssen, dass vor dem Match der Fußball-EM-Qualifikation am Freitag um 20.30 Uhr im Wiener Happel-Stadion fast alles für Gegner Deutschland spricht. "Beim Skifahren haben wir Vorteile, ansonsten fällt mir nicht mehr viel ein. Aber alles andere wäre auch vermessen", sagte der Stürmer im Teamcamp in Bad Tatzmannsdorf.

Das bedeutet aber nicht, dass Janko nicht an den ersten Pflichtspielsieg gegen die Deutschen seit der WM 1978 (3:2) glaubt. "Wir bereiten uns intensiv auf dieses schwierige Spiel vor. Wir sind krasser Außenseiter und haben daher nichts zu verlieren. Wir wollen den großen Bruder ärgern, vielleicht reicht es ja dann für ein Unentschieden oder sogar die große Sensation. Das ausverkaufte Happel-Stadion sollte uns elektrisieren", meinte Janko, der mit sieben Toren der mit Abstand gefährlichste Akteur im aktuellen ÖFB-Aufgebot ist.

Auch die Qualifikation für die EM 2012 hat der 27-Jährige noch nicht aufgegeben. "Ab jetzt helfen aber nur noch Siege", weiß Janko nach zwei Erfolgen, einem Remis und zwei Niederlagen in den ersten fünf Partien. Zudem wartet ein äußerst schwieriges Restprogramm auf die Truppe von Teamchef Dietmar Constantini.

Am Dienstagvormittag haben die Österreicher die Deutschen per Videostudium unter die Luppe genommen. Und Janko hat bei aller deutscher Stärke auch die eine oder andere Schwäche ausgemacht. "Die letzten Gegentore haben sie überwiegend nach kurz abgespielten Eckbällen kassiert. Da entsteht eine gewisse Unordnung, vielleicht sind sie da verwundbar", berichtete Janko.

Der Niederlande-Legionär, der immer wieder von kleineren Blessuren zurückgeworfen wird, hat mit Twente Enschede den Cup erobert und in der Liga knapp hinter Ajax Amsterdam Rang zwei belegt. Seitdem hat sich Janko mit Badminton und sehr viel Tennis ein wenig Abwechslung geholt, aber dennoch sportlich betätigt. "Ein guter Freund aus Salzburg, der knapp den Sprung ins Profitennis verpasste, hat mich ganz schön laufen lassen", erzählte Janko.

Richtig viel laufen wird Janko auch am Freitag müssen, falls ihn Constantini in der Startelf aufstellt und so zu seinem ersten A-Ländermatch gegen Deutschland kommen lässt. "Als Stürmer wird es ein Spiel, in dem man an vorderster Spitze zwei, drei Verteidiger beschäftigen muss. Das ist zwar über 90 Minuten unmöglich, aber ich werde mein Bestes geben", betonte Janko. Der gebürtige Wiener ist sich bewusst, dass er am Freitag sehr effizient wird arbeiten müssen.

"Ich rechne nicht damit, dass wir ein Chancenfeuerwerk zünden werden. Wir werden die wenigen sich bietenden Chancen nützen müssen. Da heißt es fokussiert und scharf zu sein." Die Tatsache, dass die Österreicher bei den jüngsten zwei Quali-Niederlagen gegen Belgien und die Türkei fast keine Torchance hatten, nährt die Hoffnungen der Fans aber nicht wirklich.

"Wir arbeiten daran und wollen es besser machen. Auch wenn es bedeutend schwieriger wird", meinte Janko, der vor dem "irrsinnig guten Konterspiel" der Deutschen warnte. Dass viele ÖFB-Teamkicker ihre guten Club-Leistungen nicht ins Team übertragen, ist für Janko kein österreichisches Phänomen. "Das gibt es nicht nur in Österreich. Lionel Messi ist der beste Fußballer aller Zeiten und geht im argentinischen Nationalteam des öfteren fast unter."

Deshalb trainierte das ÖFB-Team auch am Dienstagnachmittag in Bad Tatzmannsdorf, um gewisse Automatismen einzustudieren. Mittwoch früh übersiedeln die Österreicher dann nach Wien.

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