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Türkei-Legionär Dag als erster Ansprechpartner © APA (Archiv/Jäger)

Ekrem Dag hat das geschafft, wovon Veli Kavlak, Tanju Kayhan und Yasin Pehlivan derzeit träumen. Dag hat sich in der türkischen

Ekrem Dag hat das geschafft, wovon Veli Kavlak, Tanju Kayhan und Yasin Pehlivan derzeit träumen. Dag hat sich in der türkischen SüperLig etabliert und spielt seit 2008 für seinen Herzens-Club Besiktas Istanbul. Der 30-jährige ÖFB-Teamspieler ist deshalb Vorbild und Ansprechpartner Nummer eins für die drei Ex-Rapidler und frisch gebackenen Türkei-Legionäre.

Im Interview mit der APA - Austria Presse Agentur sprach Dag über das, was Kavlak und Kayhan, deren Transfers nach medizinischen Tests am Mittwoch offiziell fixiert wurden, beim Traditionsclub Besiktas sowie Pehlivan bei Dags Ex-Verein Gaziantepspor erwartet. "Prinzipiell ist der Druck in der Türkei im Vergleich zu Österreich gewaltig. Vor allem bei einem Großclub wie Besiktas. Aber Kavlak und Kayhan sind neu, da sind die Erwartungen noch nicht ganz so hoch", meinte der Steirer.

"Sie haben meiner Meinung nach die Qualität für ein Stammleiberl. Aber das ist nicht so leicht, das geht nicht von heute auf morgen. Dafür braucht man Glück, viel Arbeit und gute Spiele", mahnte Dag zur Geduld. "Es ist sicher nicht leicht für einen Spieler, wenn er aus Österreich in die Türkei kommt und sich von null weg beweisen muss. Die Fans kennen ihn ja nicht."

Auch Dag hatte nach seinem Wechsel 2005 von Sturm Graz zu Gaziantepspor ein halbes Jahr zu kämpfen gehabt. "Ich musste erst lernen, wie die Menschen ticken. Dann habe ich erkannt, dass ich mich ein bisschen ändern muss. Danach ist es bergauf gegangen." Als Lohn gibt es jetzt pure Leidenschaft und Euphorie der Besiktas-Fans. "Ich empfinde es als Riesentraum, für diesen Club und vor diesen Fans spielen zu dürfen."

Dag ist sich sicher, dass auch Kavlak und Kayhan am Ufer des Bosporus ihre Chancen bekommen werden. Trotz prominenter Teamkollegen wie Ricardo Quaresma, Bobo, Guti, Simao oder Fabian Ernst. Schließlich gilt Trainer Tayfur Havutcu als Förderer junger Spieler. Die Partien in der Liga sind laut Dag im Vergleich zu Österreich "schneller, technischer und nicht so körperbetont".

Als größten Unterschied sieht Dag aber den von außen, vor allem durch die Medien ausgeübten Druck. "Wenn du bei Besiktas, Galatasaray, Fenerbahce oder Trabzonspor spielst, dann musst du jedes Match gewinnen und Meister werden. Aber es kann eben nur einer Meister werden, die anderen müssen versuchen, irgendwie damit zu leben." Nach dem Double 2009 hat Dag in der vergangenen Meisterschaft mit Besiktas nur Rang fünf belegt, mit dem Cupsieg hat man die Saison aber noch halbwegs gerettet.

Dass gleich drei Austro-Türken innerhalb weniger Tage in die Türkei wechseln, ist kein Zufall. Aufgrund der Regelung, dass die türkischen Vereine nur zehn Legionäre beschäftigen dürfen, grasen Besiktas und Co. vor allem die Ligen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien oder den Niederlanden ab, um starke türkischstämmige Kicker zu finden. Kavlak, Kayhan und Pehlivan gelten in der türkischen Liga allesamt nicht als Ausländer.

Sein großes Spiel in der EM-Qualifikation auswärts gegen die Türkei hat Dag mit Österreich 0:2 verloren. Danach hatte er zwei Nächte kein Auge zugemacht. Am Freitag in Wien gegen Deutschland hofft Dag auf eine deutlich stärkere Darbietung der ÖFB-Truppe. "Wir wollen beweisen, dass wir auch etwas können und die minimale Chance auf die EM-Qualifikation nützen. Im Training geht es zur Sache, jeder brennt auf das Spiel", stellte Dag klar.

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